Ja und nein. Heute ist vegane Ernährung in Italien deutlich einfacher als noch vor einigen Jahren. Als ich vor über 12 Jahren nach Süditalien gezogen bin, wussten viele Menschen hier nicht einmal, was „vegan“ überhaupt bedeutet.
Die italienische Esskultur ist sehr traditionell. Viele Familien kochen dieselben Gerichte wie schon ihre Eltern und Großeltern. Anders als in Deutschland, wo jeder oft seine ganz eigene Ernährungsweise hat, spielt die gemeinsame Esskultur in Italien eine viel größere Rolle. Deshalb war Veganismus damals für viele etwas völlig Fremdes.
Gerade in den ersten Jahren wurde ich oft in Diskussionen verwickelt. Viele konnten nicht verstehen, warum jemand freiwillig auf tierische Produkte verzichtet. In Restaurants musste ich häufig erklären, was vegan überhaupt bedeutet, und in den Supermärkten war die Auswahl sehr begrenzt.
Allerdings muss ich dazu sagen, dass ich ohnehin kaum Ersatzprodukte esse. Meine Ernährung basiert hauptsächlich auf Obst, Gemüse, Kartoffeln, Hülsenfrüchten, Kräutern und anderen natürlichen Lebensmitteln. Trotzdem gab es damals viele Produkte, die ich vermisst habe. Nussmuse waren beispielsweise kaum erhältlich und vegane Alternativen bestanden oft aus langen Zutatenlisten, die mich nicht überzeugt haben.
In den letzten Jahren hat sich das jedoch stark verändert. Mittlerweile findet man auch in italienischen Supermärkten immer mehr vegane Produkte, pflanzliche Joghurts, Aufstriche und Alternativen zu klassischen Lebensmitteln. Gleichzeitig liebe ich es, dass die italienische Küche von Natur aus viele einfache pflanzliche Gerichte bietet, die oft gar keine Ersatzprodukte benötigen.
Auf meinem Blog teile ich deshalb nicht nur Rezepte, sondern auch meine Erfahrungen mit veganem Leben in Italien, Einkaufstipps, Restaurantempfehlungen und Produkte, die ich wirklich gerne kaufe.