Canestrelli – klassische italienische Butterplätzchen vegan & glutenfrei

Kekse duften. Butterzart, leicht nach Zitrone, ein Hauch Vanille – genau der Duft, der bei uns durch die Küche zieht, wenn mein Sohn wieder mal Lust auf Kekse hat. Ich kaufe bewusst keine fertigen Süßigkeiten aus dem Supermarkt, und dieses einfache Rezept ist genau deshalb bei uns zum festen Ritual geworden: schnell gemacht, aus Zutaten, die ich kenne, und trotzdem so mürbe und zart, wie man es von den originalen italienischen Canestrelli erwartet.

Canestrelli sind kleine, blumenförmige Mürbeteigkekse aus Ligurien, deren Geheimnis eigentlich hartgekochte, durch ein Sieb gestrichene Eigelbe sind – sie machen den Teig unglaublich zart und krümelig. Traditionell werden sie mit Puderzucker bestäubt serviert, oft zu Feiertagen oder als Mitbringsel, und genau ihre charakteristische Blumenform mit dem Loch in der Mitte macht sie auch für Kinderaugen besonders. Genau diesen zarten Effekt wollte ich auch vegan und glutenfrei hinbekommen, ganz ohne Ei, ohne Butter und ohne raffinierten Zucker. Es hat ein paar Anläufe gebraucht, aber das Prinzip dahinter ist simpler, als ich dachte.

Warum dieses einfache Rezept dein neues Lieblingsrezept wird

Der Trick ist nicht das Ei, sondern das Verhältnis von Mehl zu Stärke. Im Originalrezept macht schon eine große Menge Kartoffelstärke die Kekse mürbe, das hartgekochte Eigelb verstärkt diesen Effekt nur zusätzlich. Für die vegane Variante gleiche ich genau das aus: mehr Stärke, dazu eiskaltes Kokosöl, das wie kalte Butter in die Mehlmischung eingearbeitet wird – und schon bröselt der Teig genauso zart, wie er soll, ganz ohne Ei.

Wichtig für ehrliche Erwartungen: Die aktive Arbeitszeit liegt bei rund 25 Minuten, dazu kommen mindestens 45 Minuten Kühlzeit für den Teig sowie die Backzeit. Diese Ruhezeit lässt sich nicht wegkürzen, ohne dass die Kekse beim Ausstechen zerbrechen – deshalb baue ich sie hier bewusst ein, statt ein Rezept zu versprechen, das in der Praxis nicht gelingsicher wäre. Zutaten brauchst du dafür nur acht, alle ganz normal im Supermarkt oder Reformhaus erhältlich, keine Exoten.

Für mich ist das der Grund, warum dieses Rezept öfter auf unserem Küchentisch landet als gekaufte Kekse: Ich weiß genau, was drin ist, es ist komplett vegan und glutenfrei, und mit Kokosblütenzucker oder Birkenzucker statt Industriezucker gesüßt. Wer mag, taucht die Hälfte der fertigen Kekse in geschmolzene, zuckerfreie vegane Schokolade – das ist bei uns die Lieblingsvariante meines Sohnes. Gerade weil ich keine fertigen Süßigkeiten aus dem Supermarkt kaufen möchte, ist es mir wichtig, dass sich so ein Rezept ohne stundenlanges Nachbessern reproduzieren lässt – genau darauf ist diese Version ausgelegt.

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Zutaten für 4 Portionen (ca. 20 Canestrelli)

Alles hier bekommst du im normalen Supermarkt oder Reformhaus. Achte beim Kokosöl auf natives, desodoriertes Kokosöl, falls du keinen Kokosgeschmack im Gebäck möchtest.

Canestrelli - die zartesten italienischen Plätzchen (vegan & glutenfrei)

Diese veganen und glutenfreien Canestrelli sind eine köstliche Variante des italienischen Plätzchenklassikers. Dank Reismehl, Kartoffelstärke und gemahlenen Mandeln werden sie wunderbar zart und mürbe, während Zitronenabrieb und Vanille für ein feines Aroma sorgen. Sie sind einfach zuzubereiten, kommen ganz ohne Butter und Ei aus und schmecken pur genauso gut wie zur Hälfte in zuckerfreie vegane Schokolade getaucht – perfekt zum Kaffee, als Geschenk oder für die Keksdose.
Zubereitungszeit 25 Minuten
Kühlzeit 45 Minuten
Portionen: 20 Canestrelli
Gericht: Dessert, Gebäck, Kekse, Snack
Küche: Italienisch

Zutaten
  

  • 100 g Reismehl
  • 60 g gemahlene Mandeln (Mandelmehl) enthält Nüsse
  • 90 g Kartoffelstärke
  • 120 g festes Kokosöl, kalt enthält Kokosnuss
  • 70 g Birkenzucker
  • 1 Bio-Zitrone nur die Schale, fein abgerieben
  • 1/2 TL gemahlene Vanille oder Mark einer halben Vanilleschote
  • 1 Prise Salz
  • optional 50 g vegane, zuckerfreie Schokolade zum Bestreichen

Zubereitung
 

  1. Kokosöl vorbereiten. Kokosöl mindestens 10 Minuten kalt stellen und dann in ca. 1 cm große Würfel schneiden. Es muss fest, aber nicht steinhart sein – ähnlich wie kalte Butter für klassischen Mürbeteig. Ist es zu warm und weich, wird der Teig später ölig statt krümelig, denn Kokosöl wird schon ab etwa 24 °C Raumtemperatur wieder flüssig.
  2. Birkenzucker fein mahlen. Den Birkenzucker 20–30 Sekunden in einer Gewürzmühle oder einem kleinen Blitzhacker puderfein mahlen. Das ersetzt den Puderzucker aus dem Originalrezept und sorgt dafür, dass sich der Zucker gleichmäßig im Teig verteilt, statt später körnig durchzuschmecken – ganze Kristalle würden außerdem winzige Löcher im gebackenen Keks hinterlassen
  3. Trockene Zutaten mischen. Reismehl, Mandelmehl, Kartoffelstärke, den gemahlenen Birkenzucker, Salz, Zitronenabrieb und Vanille in einer großen Schüssel gründlich verrühren, damit sich Aromen und Stärke gleichmäßig verteilen und später keine hellen, ungewürzten Stellen im Teig zurückbleiben.
  4. Kokosöl einarbeiten. Die kalten Kokosölwürfel dazugeben und zügig mit den Fingerspitzen einarbeiten (oder kurz im Blitzhacker pulsen), bis grobe, feuchte Krümel entstehen, die an feuchten Sand erinnern. Warum zügig: Die Handwärme lässt das Kokosöl schnell schmelzen, dann wird der Teig fettig statt mürbe. Die Krümel dann nur kurz zu einer Kugel zusammendrücken, nicht kneten – Kneten entwickelt bei normalem Mehl Gluten, das hier zwar fehlt, aber auch bei glutenfreiem Teig macht zu langes Bearbeiten ihn nur zäher.
  5. Teig kühlen. Die Teigkugel zu einer flachen Scheibe drücken, in Frischhaltefolie wickeln und mindestens 45 Minuten, besser 1 Stunde, im Kühlschrank fest werden lassen. Ohne diese Ruhezeit lässt sich der Teig nicht sauber ausstechen, weil ihm ohne Ei die zusätzliche Bindung fehlt, die erst die Kälte liefert. Wenn es schnell gehen muss, reichen ersatzweise auch 15–20 Minuten im Gefrierfach, dann sollte der Teig aber nicht komplett durchfrieren.
  6. Ausrollen und ausstechen. Ofen auf 160 °C Ober-/Unterhitze (140 °C Umluft) vorheizen, ein Backblech mit Backpapier auslegen. Den gekühlten Teig zwischen zwei Lagen Backpapier ca. 0,8 cm dick ausrollen – die zweite Papierlage verhindert, dass der empfindliche glutenfreie Teig am Nudelholz klebt oder beim Wenden reißt. Mit dem Blumenausstecher Kekse ausstechen, mit einem kleinen Ausstecher (ca. 1 cm) das typische Loch in die Mitte setzen und mit 2 cm Abstand aufs Blech legen.
  7. Backen. 12–14 Minuten backen, bis die Ränder ganz zart goldgelb sind – die Mitte bleibt hell, das ist bei diesem Teig normal und kein Zeichen von zu kurzer Backzeit. Die Kekse sind warm noch sehr zerbrechlich, deshalb mindestens 10 Minuten auf dem Blech auskühlen lassen, bevor du sie vorsichtig auf ein Gitter hebst. Bäckt dein Ofen erfahrungsgemäß heißer oder hat starke Hitzenester, kontrolliere schon ab Minute 10 und dreh das Blech bei Bedarf einmal um 180 Grad.
    Für die Schoko-Variante: Sobald die Canestrelli komplett ausgekühlt sind, die zuckerfreie vegane Schokolade über einem Wasserbad schmelzen, die Kekse zur Hälfte eintauchen und auf Backpapier fest werden lassen. Achte beim Wasserbad darauf, dass kein Wasserdampf in die Schokolade gerät, sonst wird sie klumpig statt glänzend.

 

💡 Koch-Tipp

Der eigentliche Trick dieses Rezepts ist nicht das fehlende Ei, sondern die Kälte: Je kälter das Kokosöl beim Einarbeiten und je länger der Teig danach ruht, desto mürber und stabiler werden die Kekse. Arbeitet dein Teig trotzdem zu weich, stell ihn für 15 Minuten ins Gefrierfach, statt mehr Mehl unterzukneten – zusätzliches Mehl macht den Teig nur trockener, nicht stabiler. Auch beim Ausstechen hilft Kälte: Wird der Teig beim Arbeiten wieder weich, einfach das halbe Blech mit den ausgestochenen Kekse für 5 Minuten zurück in den Kühlschrank stellen, bevor du weitermachst.

Schnell backen geht heute

Die reine Handarbeit dauert 25 Minuten, den Rest übernehmen Kühlschrank und Ofen von allein. Wer die Teigscheibe schon am Vortag vorbereitet, muss am nächsten Nachmittag nur noch ausrollen, ausstechen und backen – perfekt, wenn dein Kind spontan Lust auf Kekse hat und es schnell gehen soll. So hast du praktisch jederzeit fertigen Teig im Kühlschrank oder Gefrierfach liegen und musst nur noch den Ofen anwerfen, wenn spontan Besuch kommt oder die Nachmittagsbetreuung früher endet als gedacht.

🔄 3 Variationen zum schnell Backen

  • Schoko-Dip: Die Hälfte der ausgekühlten Kekse in geschmolzene, zuckerfreie vegane Schokolade tunken und auf Backpapier trocknen lassen – bei uns die liebste Variante für Kinder, besonders wenn noch ein paar bunte Streusel oder gehackte Nüsse obendrauf kommen, solange keine Nussallergie im Haushalt vorliegt.
  • Nussfrei: Das Mandelmehl durch 60 g zusätzliches Reismehl plus 1 EL mehr Kokosöl ersetzen, damit trotzdem genug Fett für die Mürbheit im Teig bleibt. Der Geschmack wird dadurch etwas neutraler, die Kekse bleiben aber genauso zart.
  • Mit dem, was da ist: Statt Zitrone passt auch Orangenabrieb, und statt Vanille eine Prise Zimt für eine winterliche Note. Beides lässt sich 1:1 austauschen, ohne die Menge sonst anzupassen.

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Canestrelli-Ausstechform, Blume mit Loch in der Mitte

Diese Ausstechform bringt die originale Blumenform mit dem charakteristischen Loch in der Mitte, ohne dass du zwei verschiedene Ausstecher jonglieren musst. Die Kanten sind sauber genug, um auch den empfindlichen glutenfreien Teig ohne Ausfransen zu schneiden, und das 3er-Set bietet verschiedene Größen für kleinere und größere Kekse, was besonders praktisch ist, wenn Kinderhände beim Ausstechen mithelfen wollen. Weniger schön: Bei sehr dünn ausgerolltem Teig muss man beim Lösen der Form etwas Geduld mitbringen, damit die Blütenblätter nicht abbrechen.

Ansehen →

Hinweis zur Lebensmittelsicherheit und Ernährungsform: Diese Canestrelli sind vegan (keine Milchprodukte, kein Ei) und durch Reismehl, Mandelmehl und Kartoffelstärke von Natur aus glutenfrei; bei Zöliakie trotzdem auf zertifiziert glutenfreie Zutaten ohne Kreuzkontamination achten, da normale Mühlen und Verpackungslinien Spuren von Gluten nicht sicher ausschließen. Enthält Mandeln und Kokosnuss – bei Nussallergie im Haushalt nicht anbieten und die nussfreie Variante aus der Variationen-Box nutzen. KBirkenzucker (für viele Tiere wie z,B, für Hunde hochgiftig, ersetzt hier den raffinierten Industriezucker, ist aber weiterhin ein Zucker und sollte auch bei Kindern in Maßen genossen werden, nicht als tägliche Süßigkeit. Falls du zuckerfreie Schokolade mit Zuckeralkoholen wie Erythrit oder Maltit verwendest, bei Kindern nur kleine Mengen geben, da große Mengen davon abführend wirken können.

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Häufige Fragen zum einfachen Rezept

Warum muss der Teig so lange kühlen, wenn ich doch schnell kochen und backen möchte?

Ohne Ei fehlt dem Teig die zusätzliche Bindung, die ihn stabil hält. Die Kälte übernimmt diese Aufgabe: Erst wenn das Kokosöl im Teig wieder fest geworden ist, lässt er sich sauber ausstechen, ohne zu reißen oder zu kleben.

Kann ich das Mandelmehl durch etwas anderes ersetzen?

Ja, für eine nussfreie Variante ersetzt du die 60 g Mandelmehl durch zusätzliches Reismehl plus einen Esslöffel mehr Kokosöl, damit genug Fett für die mürbe Textur im Teig bleibt.

Wie lange halten sich die Canestrelli, und kann ich vorbereiten, um an stressigen Tagen nur noch schnell kochen oder backen zu müssen?

In einer luftdichten Dose halten die fertigen Kekse bei Zimmertemperatur etwa eine Woche, ohne dabei ihre mürbe Textur zu verlieren. Die rohe Teigscheibe kannst du auch bis zu 2 Tage im Voraus kühlen oder bis zu 4 Wochen einfrieren, dann musst du am Backtag nur noch auftauen, ausrollen, ausstechen und backen.

Geht das Rezept auch komplett ohne Zucker?

Der Birkenzucker lässt sich durch fein gemahlenen Kokosblütenzucker ersetzen, dann sind die Kekse frei von jeglichem Zucker im klassischen Sinn. Der Geschmack wird dadurch etwas karamelliger.

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Naima Fee

Foodbloggerin mit Fokus auf italienisch vegane Küche. Hier auf dem Blog findest du vor allem einfache Rezepte für den Alltag – gelingsicher, alltagstauglich und oft für kleine und große Naschkatzen zuhause entwickelt und immer wieder in der eigenen Küche getestet, bevor es hier landet.

 

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