Pasta e Ceci ist bei uns entstanden, weil mein Kind Hülsenfrüchte so liebt. Sein Lieblingsgericht ist Pasta e Fagioli, also Pasta mit Bohnen. Damit wir nicht immer nur das essen, gibt es zur Abwechslung Pasta e Ceci, also Pasta mit Kichererbsen.
Die beiden Gerichte sind sich ziemlich ähnlich. Aber die Kichererbsen schmecken etwas nussiger, und zusammen mit Rosmarin ist das einfach ein toller Geschmack.
Auch Pasta e Ceci wird bei mir schön cremig, ganz ohne Käse und ohne Sahne. Wie das geht, verrate ich dir in meinem kostenlosen Pasta-Guide.
Unten findest du das Rezept für 4 Portionen, vegan, glutenfrei und ohne Industriezucker.
Ein Gericht aus der cucina povera
Historisch gesehen ist das kein Zufall. Pasta e Ceci gehört zur sogenannten cucina povera, der Küche der einfachen Landbevölkerung — dort war Fleisch ein Luxus für Feiertage, und Hülsenfrüchte waren der günstigere, alltägliche Sattmacher. Käse gehörte selten selbstverständlich dazu. Genau deshalb ist dieses Gericht in unzähligen italienischen Familien schon immer vegan gewesen, lange bevor der Begriff dafür überhaupt existierte — kein Kompromiss, sondern die eigentliche Tradition.
🫘 Getrocknet oder aus dem Glas? Beide Wege funktionieren
Für die Feierabend-Version unten nutze ich Kichererbsen aus dem Glas — die sind bereits gegart und machen das Gericht in 25 Minuten fertig. Wenn du mehr Zeit hast (zum Beispiel am Wochenende vorkochen möchtest), schmecken getrocknete Kichererbsen intensiver und die Konsistenz wird noch etwas fester. So bereitest du sie zu:
200 g getrocknete Kichererbsen über Nacht (mindestens 8, besser 12 Stunden) in reichlich kaltem Wasser einweichen — sie verdreifachen dabei etwa ihr Volumen. Mit 1 TL Natron im Einweichwasser geht’s auch schneller, dann reichen 4–6 Stunden. Danach abgießen, mit frischem Wasser bedeckt und ohne Deckel 45–90 Minuten köcheln lassen, bis sie sich zwischen den Fingern mühelos zerdrücken lassen. Wichtig für die Bekömmlichkeit: Kichererbsen enthalten roh und halbgegart geringe Mengen des Lektins Phasin, das erst durch vollständiges Weichkochen unschädlich gemacht wird — lieber ein paar Minuten länger köcheln als zu früh vom Herd nehmen. Erst am Ende salzen, das hält die Schalen zart. 200 g getrocknete Kichererbsen ergeben nach dem Kochen ungefähr die 480 g, die das Rezept unten mit den zwei Gläsern verwendet — du kannst also 1:1 tauschen und das Kochwasser genauso wie die Glasflüssigkeit weiterverwenden.

Pasta e Ceci
Zutaten
Zubereitung
- 1. Vorbereiten (2 Min.) Kichererbsen in ein Sieb abgießen, die Flüssigkeit auffangen. Ein Drittel der Kichererbsen (etwa 160 g) beiseitestellen — die brauchst du gleich zum Pürieren. Knoblauch fein hacken, Rosmarinnadeln von der Rispe zupfen.
- 2. Röstaroma aufbauen (3 Min.) 2 EL Olivenöl in einem breiten Topf erhitzen, Knoblauch, Rosmarin und Chiliflocken bei mittlerer Hitze 1 Minute andünsten, ohne dass der Knoblauch braun wird. Tomatenmark einrühren und 1–2 Minuten kräftig mitrösten, bis es dunkler wird und leicht am Topfboden haftet — das ist der Moment, in dem sich die Süße durch Karamellisierung entwickelt und die Sauce später nicht nach roher Tomate schmeckt.
- 3. Ablöschen und köcheln (5 Min.) Mit der Gemüsebrühe und der aufgefangenen Kichererbsenflüssigkeit ablöschen, die zwei Drittel ganzen Kichererbsen dazugeben, aufkochen und 5 Minuten bei mittlerer Hitze köcheln lassen, damit sich alle Aromen verbinden.
- 4. Die cremige Basis pürieren (2 Min.) Die beiseitegestellten Kichererbsen mit einer Kelle Brühe aus dem Topf im Mixer oder mit dem Stabmixer fein pürieren, bis eine glatte Creme entsteht. Zurück in den Topf rühren.
- 5. Pasta risottieren (10–12 Min.) Pasta direkt in den Topf geben, bei mittlerer bis niedriger Hitze offen köcheln lassen, alle 1–2 Minuten umrühren, damit nichts ansetzt. Wird es zu fest, löffelweise heißes Wasser nachgießen — die fertige Konsistenz soll sämig sein, nicht suppig und nicht trocken. Nach Packungsangabe der Pasta plus 1 Minute testen, ob sie al dente ist.
- 6. Mantecare — vom Herd nehmen (1 Min.) Topf von der Hitze ziehen. Den letzten Esslöffel Olivenöl einrühren und den Topf kräftig schwenken, bis alles glänzt und seidig bindet. Genau dieser Schritt macht am Ende den Unterschied zwischen "cremig" und "nur sämig" — und funktioniert nur, wenn die Pfanne nicht mehr auf der Flamme steht.
- 7. Servieren Mit Salz und reichlich schwarzem Pfeffer abschmecken, mit Petersilie bestreuen und sofort servieren — Pasta e Ceci dickt beim Stehen weiter an.
🔄 3 Abwandlungen für deinen italienischen Klassiker
Mit was gerade da ist: Weiße Bohnen oder braune Linsen funktionieren nach demselben Prinzip. Auch andere kurze glutenfreie Pastaformen wie Fusilli oder Penne passen problemlos.
Mit mehr Grün: 100 g Grünkohl oder Cavolo Nero, in Streifen geschnitten, in Schritt 3 mit in die Brühe geben — er gart in den 5 Minuten Köchelzeit weich mit.
Mit mehr Röstaroma: Eine Handvoll der beiseitegestellten Kichererbsen (statt sie zu pürieren) in einer separaten Pfanne knusprig anrösten und erst zum Schluss als Topping über die fertige Pasta streuen.
Diese Küchenhelfer nutze ich selbst für dieses Rezept:
Für die schnelle Feierabend-Version greife ich zu Kichererbsen im Glas statt zur Dose — der Geschmack ist runder, und ich kann die Kochflüssigkeit bedenkenlos mitverwenden, ohne den metallischen Beigeschmack, den ich bei manchen Dosen wahrnehme. Die Konsistenz der Kerne ist meist etwas fester als bei Dosenware, was sich beim Pürieren positiv bemerkbar macht — sie zerfallen nicht so leicht zu Brei, bevor du es willst. Ehrlich gesagt: Glas ist schwerer im Versand und pro Kilo etwas teurer als die Dose — mir ist der Geschmacksunterschied das trotzdem wert, gerade bei einem Gericht, in dem die Kichererbsen die Hauptrolle spielen.
Für Pasta e Ceci brauchst du einen breiten Topf mit dickem Boden, sonst setzt die Tomatenmark-Röstung schnell an und du rührst mehr, als dir lieb ist. Meiner hat einen Edelstahlkern im Boden, der die Hitze gleichmäßig verteilt, und ist tief genug, dass auch brühige Gerichte wie dieses nicht überkochen, wenn die Pasta beim Risottieren aufquillt. Der Deckel schließt außerdem gut genug, um die Brühe beim Vorköcheln nicht zu sehr einzudicken. Einziger Nachteil: Er ist recht schwer, wenn er ganz gefüllt ist — zum Abgießen nehme ich lieber eine Schöpfkelle statt ihn zu kippen.
Weil Pasta e Ceci eher brühig als trocken ist, brauchst du keinen flachen Pastateller, sondern einen tiefen — sonst läuft die Sauce über den Rand, sobald du umrührst. Meine sind angenehm schwer in der Hand und behalten die Wärme länger, was bei diesem Gericht wirklich einen Unterschied macht, weil es sonst schnell lauwarm wird. Der breite Rand eignet sich außerdem gut, um noch etwas Petersilie oder ein paar geröstete Kichererbsen als Topping ordentlich zu platzieren. Wer wenig Stauraum hat: Sie stapeln sich nicht ganz so platzsparend wie flache Teller.
Hier in Italien habe ich gelernt, dass es oft nur ein paar kleine Handgriffe sind, die ein Gericht richtig gut machen. In meinem kostenlosen Guide verrate ich dir, was italienische Pasta so herrlich cremig macht und wie das auch bei dir zu Hause klappt: vegan, glutenfrei und so, dass die ganze Familie mitisst.
Häufig gestellte Fragen zu Pasta e Ceci
Ist Pasta e Ceci wirklich ein italienischer Klassiker?
Ja — es gehört zur cucina povera, der einfachen Alltagsküche Italiens, in der Hülsenfrüchte statt Fleisch für Sättigung sorgten. Genau deshalb ist es in seiner Grundform meistens ohnehin schon vegan: kein Fleisch, kein Käse, nur Kichererbsen, Pasta und ein paar Aromaten. In manchen Regionen wird traditionell noch etwas geriebener Pecorino darübergestreut, das ist aber eine Ergänzung, kein notwendiger Bestandteil des Originals.
Warum gilt gerade dieses einfache Gericht als italienischer Klassiker?
Weil es in praktisch jeder italienischen Region eine eigene Version davon gibt — mit Rosmarin, mit Chili, mit oder ohne Tomate. Genau diese Vielfalt bei gleichzeitig wenigen Grundzutaten macht ein Gericht zum echten Klassiker, nicht ein einziges „korrektes“ Rezept.
Meine Pasta e Ceci wird nicht cremig, sondern bleibt suppig — was mache ich falsch?
Dann schau dir die Schritte im Rezept noch einmal genau an. Und in meinem kostenlosen Pasta-Guide erkläre ich dir, worauf es bei cremiger Pasta wirklich ankommt. Püriere ruhig etwas mehr (bis zu die Hälfte der Kichererbsen), wenn du es besonders cremig magst, und lass die Pasta wirklich direkt in der Brühe garen statt sie separat zu kochen und nur unterzumischen. Ein zweiter häufiger Grund: zu viel Flüssigkeit auf einmal. Gieße lieber nach und nach nach, statt gleich die volle Menge Brühe zu verwenden — dann behältst du die Kontrolle über die Konsistenz.
Wie lange hält sich Pasta e Ceci im Kühlschrank, und kann ich es einfrieren?
Im Kühlschrank hält es sich abgedeckt 3 Tage — es dickt dabei stark nach, beim Aufwärmen also etwas Wasser oder Brühe zugeben. Einfrieren funktioniert gut für bis zu 2 Monate, allerdings wird die Pasta beim Auftauen etwas weicher, weshalb ich zum Einfrieren eher die Brühe mit den Kichererbsen ohne Pasta empfehle und die Pasta erst beim Aufwärmen frisch dazugebe.
Ich lebe seit über zehn Jahren in Süditalien und entwickle auf cucinanaima.com einfache Rezepte, die vegan, glutenfrei und ohne Industriezucker sind. Am meisten freue ich mich, wenn meine Rezepte der ganzen Familie schmecken, auch denen, die sonst gar nicht vegan essen.








