Ich muss ehrlich sagen: Am Anfang mochte ich Pasta e Patate gar nicht. Allein schon der Gedanke, Nudeln und Kartoffeln zusammen zu essen, war für mich irgendwie komisch.
Aber mittlerweile koche ich dieses Gericht richtig gut. Und es schmeckt einfach mega lecker. Mir und meinem Kind auch.
Pasta e Patate ist ganz, ganz cremig und schmeckt richtig nach Comfort Food. Genau das Richtige für Tage, an denen man etwas Warmes und Einfaches braucht. Und das alles ganz ohne Käse und ohne Sahne.
Wie italienische Pasta so cremig wird, verrate ich dir in meinem kostenlosen Pasta-Guide. Unten findest du das Rezept für 4 Portionen, vegan, glutenfrei und ohne Industriezucker.
Ein Gericht aus der cucina povera
Historisch ist auch das kein Zufall. Pasta e Patate stammt aus der neapolitanischen cucina povera, der einfachen Alltagsküche, in der günstige Kartoffeln die Portion strecken und gleichzeitig sättigend machten. Fleisch oder Speck kamen je nach Geldbeutel dazu, ein Stück Provola manchmal ebenso — die Grundform aus Kartoffeln, Pasta, Gemüse und Kräutern kommt aber auch ganz ohne aus. Auch hier gilt: kein Kompromiss, sondern die eigentliche Tradition.
🥔 Die richtige Kartoffel macht den Unterschied
Für die beste Cremigkeit nutze ich eine Mischung: zur Hälfte mehligkochende Kartoffeln (zerfallen beim Kochen leicht und geben viel Stärke ab) und zur Hälfte festkochende (behalten ihre Form und geben dem Gericht Biss). Nur mehligkochende zu nehmen macht es zu breiig, nur festkochende zu wenig cremig — die Mischung trifft beides.
Ein Sicherheitshinweis, den viele vergessen: Grün angelaufene oder bereits ausgetriebene Stellen an Kartoffeln enthalten Solanin, ein natürliches Gift der Pflanze, das bei Erhitzen nicht zerstört wird. Solche Stellen und Keime großzügig wegschneiden oder die Kartoffel im Zweifel ganz aussortieren. Am besten lagerst du Kartoffeln ohnehin dunkel und kühl, damit sie gar nicht erst grün anlaufen.

Pasta e Patate
Zutaten
Zubereitung
- 1. Vorbereiten (5 Min.) Kartoffeln schälen (ein guter Sparschäler macht das in unter 2 Minuten) und in 1,5–2 cm große Würfel schneiden. Sellerie, Möhre und Zwiebel fein würfeln, Knoblauch fein hacken.
- 2. Soffritto anschwitzen (5 Min.) 2 EL Olivenöl in einem breiten Topf erhitzen, Sellerie, Möhre, Zwiebel und Knoblauch bei mittlerer Hitze 4–5 Minuten glasig andünsten, gelegentlich rühren, ohne dass es Farbe nimmt.
- 3. Kartoffeln und Röstaroma (3 Min.) Kartoffelwürfel und Tomatenmark dazugeben, 2–3 Minuten mitrösten, bis das Mark dunkler wird und leicht am Topfboden haftet. Das bringt Süße und Tiefe in die Sauce, statt dass sie später nach roher Tomate schmeckt.
- 4. Ablöschen und köcheln (10–12 Min.) Mit der Gemüsebrühe ablöschen, aufkochen und bei mittlerer Hitze zugedeckt köcheln lassen, bis sich die Kartoffeln mit der Gabel mühelos zerdrücken lassen — je nach Würfelgröße 10 bis 12 Minuten.
- 5. Die cremige Basis schaffen (1 Min.) Etwa ein Drittel der weichen Kartoffelwürfel direkt im Topf mit dem Kochlöffel an der Topfwand zerdrücken und unterrühren.
- 6. Pasta risottieren (8–10 Min.) Pasta direkt in den Topf geben, bei mittlerer bis niedriger Hitze offen köcheln lassen, alle 1–2 Minuten umrühren, damit nichts ansetzt. Sie gart wie bei einem Risotto direkt in der Flüssigkeit und gibt dabei ihre eigene Stärke zusätzlich an die schon zerdrückten Kartoffeln ab — genau deshalb wird die Sauce am Ende so gebunden, ohne dass du extra etwas andickst. Wird es zu fest, löffelweise heißes Wasser nachgießen — die fertige Konsistenz soll sämig sein, nicht suppig und nicht trocken. Nach Packungsangabe der Pasta plus 1 Minute testen, ob sie al dente ist.
- 7. Mantecare — vom Herd nehmen (1 Min.) Topf von der Hitze ziehen. Den letzten Esslöffel Olivenöl einrühren und den Topf kräftig schwenken, bis alles glänzt und seidig bindet. Dieser Schritt funktioniert nur, wenn die Pfanne nicht mehr auf der Flamme steht — sonst trennt sich die Emulsion wieder.
- 8. Servieren Mit Salz und reichlich schwarzem Pfeffer abschmecken, mit Petersilie bestreuen und sofort servieren — Pasta e Patate dickt beim Stehen weiter an.
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Mit was gerade da ist: Süßkartoffeln statt normaler Kartoffeln funktionieren nach demselben Prinzip, schmecken aber süßlicher. Auch andere kurze glutenfreie Pastaformen wie Penne oder Fusilli passen problemlos.
Mit rauchiger Note: ½ TL geräuchertes Paprikapulver in Schritt 3 mit dem Tomatenmark mitrösten — erinnert an die traditionelle Provola affumicata, ganz ohne Käse.
Mit mehr Grün: 100 g Grünkohl oder Cavolo Nero, in Streifen geschnitten, in Schritt 4 mit in die Brühe geben — er gart in der Köchelzeit weich mit.
Diese Küchenhelfer nutze ich selbst für dieses Rezept:
Bei 600 g Kartoffeln macht ein guter Sparschäler wirklich einen Unterschied — meiner hat eine scharfe, leicht schwenkbare Klinge, mit der ich beidhändig schälen kann, ohne dass die Schale in dicken Streifen mit Fruchtfleisch abgeht. Der Griff liegt auch bei nassen Händen sicher in der Hand, was bei diesem Rezept häufig vorkommt, weil ich meist mehrere Zutaten gleichzeitig vorbereite. Ehrlich gesagt: Die Klinge lässt sich nicht schärfen, irgendwann muss der ganze Schäler ersetzt werden — dafür ist er günstig genug, dass mich das nicht stört.
Für Pasta e Patate brauchst du einen breiten Topf mit dickem Boden, sonst setzt das Soffritto oder die Tomatenmark-Röstung schnell an und du rührst mehr, als dir lieb ist. Meiner hat einen Edelstahlkern im Boden, der die Hitze gleichmäßig verteilt, und ist tief genug, dass auch brühige Gerichte wie dieses nicht überkochen, wenn die Pasta beim Risottieren aufquillt. Der Deckel schließt außerdem gut genug, um die Brühe beim Kartoffel-Köcheln nicht zu schnell verdunsten zu lassen. Einziger Nachteil: Er ist recht schwer, wenn er ganz gefüllt ist — zum Abgießen nehme ich lieber eine Schöpfkelle statt ihn zu kippen.
Weil Pasta e Patate eher brühig als trocken ist, brauchst du keinen flachen Pastateller, sondern einen tiefen — sonst läuft die Sauce über den Rand, sobald du umrührst. Meine sind angenehm schwer in der Hand und behalten die Wärme länger, was bei diesem Gericht wirklich einen Unterschied macht, weil es sonst schnell lauwarm wird. Der breite Rand eignet sich außerdem gut, um noch etwas Petersilie ordentlich zu platzieren. Wer wenig Stauraum hat: Sie stapeln sich nicht ganz so platzsparend wie flache Teller.
Hier in Italien habe ich gelernt, dass es oft nur ein paar kleine Handgriffe sind, die ein Gericht richtig gut machen. In meinem kostenlosen Guide verrate ich dir, was italienische Pasta so herrlich cremig macht und wie das auch bei dir zu Hause klappt: vegan, glutenfrei und so, dass die ganze Familie mitisst.
Häufig gestellte Fragen zu Pasta e Patate
Ist Pasta e Patate wirklich ein italienischer Klassiker?
Ja — es stammt aus der neapolitanischen cucina povera, der einfachen Alltagsküche, in der günstige Kartoffeln die Portion streckten. In seiner Grundform ist es meistens ohnehin schon vegan: Kartoffeln, Pasta, Gemüse und Kräuter, ganz ohne Fleisch oder Käse. In Kampanien kommt traditionell manchmal Provola dazu, das ist aber eine Ergänzung, kein notwendiger Bestandteil, den auch viele neapolitanische Familien im Alltag weglassen.
Warum gilt gerade dieses einfache Gericht als italienischer Klassiker?
Weil es in praktisch jeder neapolitanischen Familie eine eigene Version davon gibt — mit Provola oder ohne, mit mehr oder weniger Tomate, mit unterschiedlichen Pastaformen. Genau diese Vielfalt bei gleichzeitig wenigen Grundzutaten macht ein Gericht zum echten Klassiker, nicht ein einziges „korrektes“ Rezept.
Meine Pasta e Patate wird nicht cremig, sondern bleibt suppig — was mache ich falsch?
Dann schau dir die Schritte im Rezept noch einmal genau an. Und in meinem kostenlosen Pasta-Guide erkläre ich dir, worauf es bei cremiger Pasta wirklich ankommt. Zerdrücke ruhig etwas mehr, wenn du es besonders cremig magst, und lass die Pasta wirklich direkt in der Brühe garen statt sie separat zu kochen. Zu viel Flüssigkeit auf einmal ist der zweite häufige Grund — gieße lieber nach und nach nach. Auch die Kartoffelsorte spielt eine Rolle: Nimmst du ausschließlich festkochende Kartoffeln, bleibt selbst beim Zerdrücken zu wenig Stärke frei.
Wie lange hält sich Pasta e Patate im Kühlschrank, und kann ich es einfrieren?
Im Kühlschrank hält es sich abgedeckt 3 Tage — es dickt dabei stark nach, beim Aufwärmen also etwas Wasser oder Brühe zugeben und bei mittlerer Hitze langsam erwärmen. Einfrieren würde ich hier eher nicht empfehlen: Die Kartoffeln verändern beim Auftauen ihre Textur und werden leicht körnig-mehlig statt cremig. Frisch schmeckt es einfach am besten.
Ich lebe seit über zehn Jahren in Süditalien und entwickle auf cucinanaima.com einfache Rezepte, die vegan, glutenfrei und ohne Industriezucker sind. Am meisten freue ich mich, wenn meine Rezepte der ganzen Familie schmecken, auch denen, die sonst gar nicht vegan essen.








