Zu viele Feigen. Jedes Jahr im September stehe ich vor demselben schönen Problem: Bei uns im Garten hängen gleich mehrere Feigenbäume so voll, dass ich mit dem Ernten kaum hinterherkomme — und mir jedes Mal aufs Neue überlege, wie ich sie diesmal verwerte, bevor sie überreif werden. Dieses Jahr war die Antwort diese Pizza: ein einfaches Rezept, ganz ohne Hefeteig-Wartezeit. Ein hauchdünner, glutenfreier Boden, der beim ersten Biss hörbar knackt, darauf eine Wolke aus cremiger veganer Ricotta, warme, leicht karamellisierte Feigenspalten, ein Hauch Rosmarin und der frische, leicht pfeffrige Biss von Rucola. Genau die Balance aus süß, salzig und würzig, die eine Feige braucht, um wirklich zu glänzen — in rund 25 Minuten fertig auf dem Tisch.
Der Trick dabei ist nicht der Boden selbst — glutenfreier Pizzateig ist heute mit der richtigen Mehlmischung wirklich unkompliziert. Der Trick ist die Reihenfolge: Was wann auf den heißen Stein kommt und was erst nach dem Ofen darauf landet, entscheidet darüber, ob am Ende alles knusprig-warm und gleichzeitig frisch schmeckt, oder ob der Rucola welk in der Ecke liegt und die Ricotta durchweicht ist. Genau diesen roten Faden ziehe ich durch das ganze Rezept — von der Teigzubereitung bis zum letzten Handgriff kurz vorm Servieren.
Ein einfaches Rezept, das dein neuer Feigen-Favorit wird
Ich mag Pizza Bianca ohnehin lieber als die klassische Tomatenvariante — ohne die säuerliche Tomatensauce kommt der eigentliche Belag viel klarer durch. Bei dieser Version übernimmt die cremige Cashew-Ricotta die Rolle der Sauce: mild, leicht nussig, mit einem Spritzer Zitrone aufgehellt. Die Feigen bringen von Natur aus genug Süße mit, sodass nur ein kleiner Hauch Ahornsirup zum Abrunden reicht — kein raffinierter Zucker nötig, und dank glutenfreier Mehlmischung ist auch der Boden für alle mit Zöliakie oder Glutenunverträglichkeit unbedenklich, solange die verwendete Mehlmischung als glutenfrei zertifiziert ist.
Was diese Pizza für mich besonders macht, ist der Kontrast auf dem Teller: warm neben kühl, knusprig neben cremig, süß neben würzig. Die Feigen kommen leicht angewärmt aus dem Ofen, fast schon ein bisschen konfitürig an den Schnittkanten, während der frische Rucola obenauf noch richtig knackt. Genau diese Spannung zwischen den Temperaturen und Texturen ist es, die das Gericht auch optisch und geschmacklich so besonders macht — nicht nur die Zutatenliste an sich. Serviert wird sie bei uns am liebsten lauwarm, direkt vom Blech, in großzügige Stücke geschnitten, dazu reicht ein einfacher grüner Salat oder ein Glas leichter Weißwein für den Feierabend.
Perfekt, wenn du an einem stressigen Abend schnell kochen möchtest
Das Beste: Weil der Boden ohne Hefe und ohne Gehzeit auskommt, ist die Pizza an einem ganz normalen Feierabend machbar. Während der Ofen mit dem Pizzastein vorheizt, mischst du den Teig, weichst die Cashews mit der Schnellmethode ein und schneidest die Feigen — alles läuft parallel, nichts wartet aufeinander. Wer schnell kochen will, ohne beim Ergebnis Abstriche zu machen, ist hier goldrichtig.
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Wenn du öfter glutenfrei und vegan kochst, kennst du die Stolpersteine: Böden, die zerbröseln, Saucen, die nicht cremig werden wollen. Ich habe meine 4-in-1-Mehlformel, meine liebsten Cashew-Tricks für seidige Saucen und eine kurze Erklärung, wie Ei und Gluten in Rezepten eigentlich wirken, in einem kostenlosen Guide zusammengefasst — noch mehr schnelle Rezepte findest du gleich mit dazu.

Knusprige Feigen-Pizza Bianca
Zutaten
Zubereitung
- Ofen und Cashews gleichzeitig starten (5 Min. aktiv)Heize den Ofen mit Pizzastein auf 250 °C Ober-/Unterhitze (oder die höchste Stufe deines Ofens) vor — das dauert mit Stein etwa 20 Minuten, läuft aber komplett parallel zu den nächsten Schritten. Übergieße gleichzeitig die Cashewkerne in einer Schüssel mit kochendem Wasser und lass sie 10 Minuten stehen. Diese Schnelleinweich-Methode ersetzt das klassische stundenlange Einweichen komplett und macht die Ricotta trotzdem seidig cremig.
- Teig verkneten (3 Min.)Mehlmischung, Backpulver und Salz in einer Schüssel verrühren. Olivenöl und lauwarmes Wasser dazugeben und mit den Händen zu einem weichen, leicht klebrigen Teig verkneten. Glutenfreier Teig bleibt anders als Weizenteig etwas krümelig und nicht elastisch — das ist normal und kein Zeichen, dass etwas schiefgelaufen ist.
- Boden formen (3 Min.)Den Teig auf ein Stück Backpapier in Blechgröße (ca. 30×40 cm) geben. Mit angefeuchteten Händen oder mit einem zweiten Stück Backpapier obenauf zu einem ca. 0,5 cm dicken Rechteck drücken — glutenfreier Teig lässt sich schlecht ausrollen, aber gut plattdrücken. Mit etwas Olivenöl bestreichen.
- Boden vorbacken (6–7 Min. bei 250 °C)Den Boden samt Backpapier auf den heißen Stein ziehen — hier kommt euer Pizzaschieber ins Spiel, falls ihr einen habt, ein flaches Backblech tut es notfalls auch. 6–7 Minuten vorbacken, bis die Ränder gerade beginnen, leicht Farbe anzunehmen. Warum dieser Schritt wichtig ist: Ein glutenfreier Boden wird ohne diesen Zwischenschritt unter dem feuchten Belag schnell gummig statt knusprig — genau das ist der rote Faden dieses Rezepts.
- Ricotta mixen (3 Min.)Cashews abgießen und mit Zitronensaft (die Hälfte, den Rest für später aufheben), 3 EL Wasser, Olivenöl, Hefeflocken und Salz in einen leistungsstarken Mixer geben. Mixen, bis eine ganz glatte, dickcremige Masse entsteht — je nach Mixer 1–2 Minuten, bei Bedarf löffelweise mehr Wasser zugeben. Sie sollte sich wie streichfähiger Frischkäse anfühlen, nicht flüssig.
- Belegen und fertigbacken (8–10 Min. bei 250 °C)Vorgebackenen Boden aus dem Ofen holen. Die Ricotta in Klecksen darauf verteilen (nicht glattstreichen — das sieht appetitlicher aus und trocknet nicht so schnell aus), mit Rosmarin bestreuen und die Feigenspalten darauf verteilen. Zurück auf den Stein, 8–10 Minuten backen, bis die Ränder tief goldbraun und knusprig sind und die Ricotta an den Spitzen leicht Farbe bekommt.
- Erst jetzt: Rucola, Nüsse, Zitrone, AhornsirupPizza aus dem Ofen holen. Rucola und geröstete Nüsse erst nach dem Backen darauf verteilen, dazu den restlichen Zitronenabrieb und einen dünnen Faden Ahornsirup. So bleibt der Rucola knackig-frisch statt welk, und der Ahornsirup karamellisiert nicht bitter auf dem heißen Ofenboden. In Stücke schneiden und sofort servieren.
💡 Mein Insider-Trick: Der Unterschied zwischen einer knusprigen und einer durchweichten Pizza ist fast nie die Zutatenliste — es ist der Zeitpunkt. Alles, was Feuchtigkeit mitbringt (Ricotta, Feigen), kommt vor dem Ofen drauf. Alles, was frisch und knackig bleiben soll (Rucola, Nüsse, Zitronenabrieb), kommt nach dem Ofen drauf. Wenn du dir nur eine Sache aus diesem Rezept merkst, dann das.
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Ganz ohne Nüsse: Cashews sind für die Ricotta leider nicht 1:1 ersetzbar, aber wer eine Nussallergie hat, kann auf eine fertige pflanzliche Ricotta- oder Frischkäse-Alternative auf Soja- oder Hafer-Basis aus dem Kühlregal zurückgreifen. Die gerösteten Nüsse obendrauf einfach weglassen.
Mit dem, was gerade da ist: Keine Feigen zur Hand? Reife Birnenspalten oder ein paar Trauben funktionieren mit derselben Technik überraschend gut. Kein Rosmarin im Garten? Ein paar Thymianzweige tun es genauso.
Für den ganz eiligen Feierabend: Wer schnell kochen will und selbst die 20 Minuten Ofenzeit knapp sind, kann den Boden am Wochenende vorbacken (Schritt 4) und einfrieren. Direkt aus dem Gefrierfach belegen und weiterbacken — die Ofenzeit bleibt fast gleich.
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Pizzastein
Für ein wirklich knuspriges Ergebnis bei glutenfreiem Teig führt für mich kein Weg an einem Pizzastein vorbei — er speichert die Hitze und gibt sie beim Kontakt mit dem Boden sofort wieder ab, genau das, was einen krümeligen gf-Teig zusammenhält und knusprig werden lässt. Meiner liegt inzwischen fast dauerhaft im Ofen. Ehrlich gesagt: Er ist schwer, und die 20 Minuten Vorheizzeit muss man einplanen — spontan geht anders. Aber für diesen Boden-Effekt lohnt es sich.
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Mixer
Für cremige Cashew-Saucen und -Ricotta wie in diesem Rezept ist ein leistungsstarker Mixer der eigentliche Gamechanger — er macht aus eingeweichten Nüssen in ein bis zwei Minuten eine wirklich glatte Masse ohne Körnigkeit, ganz ohne die Cashews vorher zu passieren. Ich nutze meinen auch für Suppen, Pesto und Smoothies fast täglich. Einziger Nachteil: Er ist laut, und das Gefäß ist etwas sperrig zum Verstauen.
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Pizza-Set: Schieber & Schneider
Gerade bei glutenfreiem Teig, der sich schlechter handhaben lässt als klassischer Hefeteig, macht ein ordentlicher Pizzaschieber den Umzug auf den heißen Stein deutlich entspannter — ich ziehe den Boden samt Backpapier einfach mit rüber, ohne dass etwas reißt. Der Wiegemesser-Schneider danach macht saubere Stücke, ohne den Belag zu verschieben. Wirklich nötig ist beides nicht, aber es macht das Hantieren spürbar einfacher.
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In meinem kostenlosen Guide „5 Geheimtipps für veganes & glutenfreies Kochen“ zeige ich dir meine 4-in-1-Mehlformel für Böden wie diesen, ein paar Cashew-Tricks für cremige Saucen ohne stundenlanges Einweichen und wie Ei und Gluten in klassischen Rezepten eigentlich funktionieren — praktisch, wenn du öfter umstellst oder ersetzt.
Häufige Fragen zu dieser Pizza — dein einfaches Rezept im Überblick
Muss ich die Cashews über Nacht einweichen, oder geht das auch, wenn ich schnell kochen will?
Klassisch eingeweichte Cashews (6–8 Stunden in kaltem Wasser) funktionieren genauso gut und werden minimal cremiger. Wenn du an dem Tag aber schnell kochen möchtest, ist die Schnelleinweich-Methode mit kochendem Wasser und 10 Minuten Ziehzeit die deutlich praktischere Wahl — geschmacklich macht das kaum einen Unterschied.
Wie lange hält die Pizza bzw. die vegane Ricotta im Kühlschrank?
Die fertige Pizza hält, abgedeckt im Kühlschrank, etwa 2 Tage — am besten im Ofen oder in der Pfanne aufwärmen, nicht in der Mikrowelle, sonst wird der Boden weich. Die vegane Ricotta allein hält luftdicht verschlossen bis zu 4 Tage und lässt sich auch pur als Brotaufstrich verwenden.
Geht das Rezept auch ganz ohne Ahornsirup?
Ja, problemlos. Reife Feigen bringen meist genug natürliche Süße mit, sodass der Ahornsirup wirklich nur ein optionaler letzter Feinschliff ist. Lass ihn einfach weg, wenn du es lieber ganz herzhaft magst.
Ich habe keinen Pizzastein — geht das auch, wenn ich schnell kochen will und keine 20 Minuten vorheizen möchte?
Ja. Ein umgedrehtes, stark vorgeheiztes Backblech ersetzt den Stein notfalls, auch wenn das Ergebnis etwas weniger knusprig wird. Willst du es besonders eilig, verkürze einfach die Vorheizzeit auf die normale Ofen-Aufheizzeit (meist 10 Minuten) — der Boden gelingt dann etwas weicher, aber immer noch gut.
Bei uns hängen jetzt, während ich das hier schreibe, immer noch Feigen am Baum, die verwertet werden wollen — und diese Pizza hat es geschafft, in unsere feste Rotation aufgenommen zu werden. Genau darum geht es mir bei einem guten Feierabend-Rezept: nicht kompliziert, sondern zuverlässig gut, mit dem, was gerade da ist. Ich hoffe, sie schafft es auch bei dir auf den Tisch, solange die Feigensaison noch läuft.
Naima Fee
Foodbloggerin mit Fokus auf italienisch vegane Küche. Naima teilt auf ihrem Blog regelmäßig ein neues einfaches Rezept aus ihrer Küche — oft inspiriert von dem, was gerade im eigenen Garten wächst.







