Haselnuss-Pralinen (Giotto) in vegan und glutenfrei

Rund. Nussig. Zart.

So fühlt sich eine gute Giotto-Praline an, noch bevor man überhaupt hineingebissen hat: die raue Hülle aus fein gehackten Haselnüssen unter den Fingern, darunter eine Creme, die schon bei der ersten Berührung ein wenig nachgibt. Das Original von Ferrero kennt in Deutschland fast jeder – die kleinen, hellen Haselnusskugeln mit der Waffel-Nuss-Füllung gehören seit Jahrzehnten zu den beliebtesten Pralinen im Supermarktregal. Nur enthalten sie in ihrer Original-Rezeptur Milchpulver, Weizenmehl und meist auch raffinierten Zucker – für eine vegane, glutenfreie und zuckerreduzierte Küche also erst einmal keine Option. Dieses einfache Rezept zeigt, wie die Pralinen trotzdem gelingen: mit Haselnussmus statt Milchcreme, mit Kastanienschnitten statt Weizenwaffel und mit Ahornsirup statt Industriezucker.

Der Trick, der dabei wirklich zählt, hat aber gar nichts mit den Zutaten zu tun, die man ersetzt – sondern mit einer einzigen, die immer gleich bleibt: der Kakaobutter. Sie schmilzt bereits bei rund 34 Grad, also nur knapp unter unserer eigenen Körpertemperatur. Genau das macht Pralinen im Mund so unwiderstehlich zart. Genau das macht sie aber auch beim Formen in warmen Händen zur kleinen Geduldsprobe. Wer diesen einen Zusammenhang einmal verstanden hat, hat das ganze Rezept im Griff – und genau darum geht es gleich im Detail.

Einfaches Rezept mit Geschichte: woher Giotto seinen Namen hat

Giotto kam 1996 in Deutschland auf den Markt und ist nach dem italienischen Maler Giotto di Bondone benannt – auf der Verpackung ist bis heute sein berühmter Campanile, der Glockenturm des Florentiner Doms, abgebildet. Der Legende nach soll Giotto einst einem Boten des Papstes einen perfekt freihändig gezeichneten Kreis als Beweis seines Könnens überreicht haben. Ob die runde Form der Praline bewusst daran erinnern soll, ist nicht überliefert – aber sie passt erstaunlich gut zur Geschichte hinter dem Namen. In der Original-Rezeptur macht die Haselnuss laut Herstellerangaben rund 37 Prozent der Praline aus, eingebettet in eine Waffel-Nuss-Hülle mit Milchhaselnusscreme. Genau dieses Verhältnis – viel Nuss, wenig Drumherum – ist es auch, was diese pflanzliche Version so nah ans Original heranbringt: Haselnussmus und geröstete Haselnüsse machen auch hier den Löwenanteil aus.

Was für gute Ergebnisse wirklich zählt

Bei einem Rezept mit nur wenigen Zutaten macht deren Qualität einen spürbaren Unterschied. Achte beim Haselnussmus darauf, dass es aus 100 Prozent gerösteten Haselnüssen besteht, ohne Öl-Zusatz oder Salz – reines Mus ist streichfähig, aber nicht flüssig-ölig, sonst wird die Masse später zu weich zum Formen. Bei der Kakaobutter lohnt sich Bio-Qualität in Rohform (nicht desodoriert): Sie riecht dezent nach Kakao und Vanille und trägt so zum Aroma bei, während stark verarbeitete, desodorierte Kakaobutter neutral, aber auch charakterlos schmeckt. Bei den Kastanienschnitten handelt es sich um ein glutenfreies Knäckebrot aus Kastanienmehl ( von Le Pain des Fleurs) – sie bringen eine feine, leicht süßliche Crunch-Note, die der Original-Waffel erstaunlich nahekommt. Alternativ funktionieren auch sehr fein zerbröselte, ausdrücklich glutenfreie Eiswaffeln, sofern du auf das Etikett achtest, da klassische Eiswaffeln fast immer Weizenmehl enthalten.

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Zutaten für 4 Portionen (ca. 18 Pralinen)

Ein bewusst kurzer Zutatenzettel – jede Zutat hat hier eine klare Aufgabe, nichts ist austauschbares Füllmaterial.

Haselnuss - Pralinen (Giotto)

Mit diesem Rezept bereitest du die beliebten Giotto-Pralinen ganz einfach in vegan und glutenfrei zu. Eine cremige Haselnussfüllung, knusprige Kastanienschnitten und eine ganze Haselnuss im Kern sorgen für den typischen Geschmack. Zum Schluss werden die Pralinen in fein gehackten Haselnüssen gewälzt und schmecken herrlich zart.
Vorbereitungszeit 30 Minuten
Kühlzeit 2 Stunden
Gericht: Dessert
Küche: Italienisch

Zutaten
  

  • 120 g Haselnussmus (glatt, ohne Zusätze)
  • 30 g Kakaobutter geschmolzen
  • 40 g Ahornsirup oder Reissirup
  • 1 TL Vanilleextrakt oder gemahlene Vanille
  • 1 Prise Salz
  • 30 g Kastanienschnitten von Le Pain des Fleurs, fein gebröselt, oder sehr fein zerbröselte, ausdrücklich glutenfreie Eiswaffeln
  • 30 g geröstete Haselnüsse fein gehackt
Für die Füllung
  • 18 ganze, geröstete Haselnüsse
Zum Wälzen
  • 60 g geröstete Haselnüsse sehr fein gehackt

Zubereitung
 

  1. Haselnüsse rösten und häuten. Backofen auf 150 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Insgesamt etwa 150 g ganze Haselnüsse auf einem Backblech verteilen und 25 Minuten rösten, dabei die Bräune ab Minute 20 im Auge behalten. Die Nüsse duften dann deutlich nussig-warm und die Haut löst sich beim Reiben leicht. Noch heiß in ein sauberes Küchentuch einschlagen, 2–3 Minuten ruhen lassen und die Nüsse im Tuch kräftig gegeneinander reiben, bis sich der Großteil der Haut löst. Aus den geschälten Nüssen 18 besonders gleichmäßige, ganze Exemplare für die Füllung aussuchen, 30 g fein hacken (für die Masse) und 60 g sehr fein hacken (zum Wälzen).
  2. Creme herstellen. Kakaobutter im Wasserbad bei milder Hitze schmelzen. Mit dem Haselnussmus, Ahornsirup, Vanille und Salz in einer Schüssel glattrühren, bis eine gleichmäßige, glänzende Creme entsteht. Die gebröselten Kastanienschnitten und die 30 g fein gehackten Haselnüsse unterheben.
  3. Kühlen, bis die Masse fest wird. Die Schüssel abgedeckt für 1 bis 1,5 Stunden in den Kühlschrank stellen. Die Kakaobutter kristallisiert dabei aus und macht die Masse erst formbar – vorher ist sie zu weich und klebt an allen Fingern. Die Masse ist bereit, sobald sie am Rand der Schüssel sichtbar fest geworden ist, in der Mitte aber noch leicht nachgibt.
  4. Pralinen formen. Mit einem Teelöffel kleine Portionen von etwa 14 Gramm abstechen. Eine ganze geröstete Haselnuss mittig hineindrücken und die Masse mit kühlen, leicht angefeuchteten Händen rasch zu einer Kugel rollen, sodass die Nuss komplett umschlossen ist. Wichtig: Sobald die Masse einmal aus der Kühle draußen ist, härtet sie zwar zunächst weiter aus, schmilzt aber bei zu langem Kneten in warmen Händen ebenso schnell wieder an – deshalb zügig arbeiten und die Hände zwischendurch kurz unter kaltem Wasser abkühlen.
  5. Sofort wälzen. Jede geformte Kugel direkt nach dem Rollen in den sehr fein gehackten Haselnüssen wälzen, solange die Oberfläche noch leicht klebrig ist – nur so haftet die Nusshülle gleichmäßig und ohne kahle Stellen.
  6. Nachkühlen. Die fertig gewälzten Pralinen auf einen Teller oder ein mit Backpapier ausgelegtes Brett setzen und mindestens 30 Minuten kühl stellen, bis sie überall fest sind.
  7. Servieren. Die Giotto-Pralinen kurz vor dem Servieren aus dem Kühlschrank nehmen – bei Zimmertemperatur entfalten sich Aroma und die zart schmelzende Textur am besten, allerdings sollten sie nicht zu lange draußen stehen (siehe Aufbewahrungs-Tipps weiter unten).

 

💡 Profi-Tipp

Der Trick, den professionelle Konditoreien beim Verarbeiten von Kakaobutter nutzen, lässt sich eins zu eins auf diese Pralinen übertragen: kalte Hände und kurze Arbeitsintervalle. Wenn die Masse zwischendurch zu weich wird, einfach für 5–10 Minuten zurück in den Kühlschrank stellen, statt weiterzukämpfen. Wer besonders warme Hände hat, kann sie vor dem Formen kurz unter kaltes Wasser halten und gut abtrocknen – das macht spürbar den Unterschied zwischen einer sauber geformten Kugel und einer, die in der Handfläche zerfließt.

Schnell kochen trotz Kühlzeit: so planst du die Pralinen clever

Die reine Handarbeit dauert bei diesem Rezept nur rund 30 Minuten – die restliche Zeit übernimmt der Kühlschrank von allein. Wer unter der Woche gerne schnell kochen möchte, ohne am Ende doch zwei Stunden in der Küche zu stehen, bereitet die Creme (Schritt 1 bis 3) am Vorabend zu und stellt sie über Nacht kalt. Am nächsten Tag dauert das Formen und Wälzen der 18 Pralinen dann nur noch 10 bis 15 Minuten, bevor sie ein letztes Mal kurz nachkühlen. So lässt sich die Wartezeit clever in den Alltag einbauen, statt am Stück davorzusitzen.

🍽️ Beilagenvorschläge

Diese Pralinen sind kein Hauptgang, aber ein stimmungsvoller Abschluss: Serviere sie klassisch zu einem starken Espresso oder losem schwarzen Tee, dessen Bitterstoffe die Süße der Creme schön ausbalancieren. Für einen Dessertteller drei bis vier Pralinen mit frischen Himbeeren oder Physalis anrichten – die Säure der Früchte holt die Nussigkeit noch mehr heraus. Als kleines Gastgeschenk wirken sie in einer schlichten Papierform oder Mini-Muffinförmchen besonders edel.

📦 Aufbewahrung & Einfrieren

Kühlschrank, luftdicht verschlossen: 2 bis 3 Wochen. Da die Masse überwiegend aus Kakaobutter besteht, sollten die Pralinen nicht bei Zimmertemperatur gelagert werden – ab etwa 20–22 °C beginnen sie langsam zu erweichen. Zum Einfrieren die fertigen, gewälzten Pralinen einzeln auf einem Teller vorfrieren, dann in einer luftdichten Dose bis zu 2 Monate aufbewahren. Zum Auftauen über Nacht im Kühlschrank stehen lassen, damit die Kakaobutter langsam und gleichmäßig wieder fest wird, statt an der Oberfläche zu schwitzen.

🔄 3 Variationen zum schnell kochen

  • Dunklere Note: 1 TL Kakaopulver in die Creme einrühren – dann kommt die Praline optisch und geschmacklich näher an klassische Nuss-Nougat-Pralinen heran.
  • Mandel-Version: Haselnussmus 1:1 durch Mandelmus ersetzen und mit gerösteten, gehackten Mandeln füllen und wälzen – milder im Geschmack, genauso cremig.
  • Kakao-Wälzung: Statt in gehackten Haselnüssen die fertigen Kugeln in ungesüßtem Kakaopulver wälzen für eine trüffelartige Optik mit weniger Crunch.

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Kakaobutter Bio

Diese Bio-Kakaobutter ist naturbelassen und nicht desodoriert, weshalb sie noch dezent nach Kakao und Vanille duftet – genau das, was der Creme hier ihre feine Tiefe gibt. Sie lässt sich im Wasserbad gleichmäßig schmelzen und härtet danach zuverlässig fest aus. Ehrlich gesagt: Naturbelassene Kakaobutter ist im Geschmack intensiver als die neutrale, desodorierte Variante aus dem Supermarktregal – wer es ganz dezent mag, sollte probeweise erst eine kleine Menge verwenden.

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Haselnussmus

Dieses Haselnussmus besteht nur aus gerösteten Haselnüssen, ganz ohne Öl- oder Zuckerzusatz, und lässt sich dadurch genau berechnen – wichtig, wenn die Konsistenz der Creme am Ende stimmen soll. Es ist angenehm cremig, aber nicht so flüssig, dass die Masse später nicht fest wird. Die kleine Schwäche: Naturbelassenes Mus setzt sich im Glas ab und muss vor Gebrauch gründlich umgerührt werden, sonst stimmt die Konsistenz zwischen erster und letzter Portion nicht überein.

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Kastanien-Knäckebrot

Dieses glutenfreie Knäckebrot aus reinem Kastanienmehl bringt eine feine, leicht süßliche Crunch-Note in die Creme, die der Original-Waffel überraschend nahekommt. Es lässt sich im Mixer oder zwischen den Fingern leicht zu feinen Bröseln zerkleinern. Ehrlich gesagt: Der Kastaniengeschmack ist dezent, aber vorhanden – wer ihn gar nicht mag, sollte auf die Variante mit glutenfreien Eiswaffeln ausweichen.

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Hinweis zur Lebensmittelsicherheit und Deklaration: Dieses Rezept enthält durchgehend Haselnüsse und ist damit für Nussallergiker nicht geeignet. Prüfe bei Kastanienschnitten und Fertigprodukten wie Haselnussmus die Zutatenliste auf ein Glutenfrei-Siegel bzw. rein pflanzliche Zutaten, falls du strikt glutenfrei oder vegan kochen musst, da Herstellerrezepturen sich ändern können. Ahornsirup und Reissirup sind beide unraffinierte Süßungsmittel ohne Industriezucker, unterscheiden sich aber im Geschmack – Reissirup schmeckt neutraler, Ahornsirup kräftiger.

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Häufige Fragen zum einfachen Rezept

Welche Beilage passt zu den Giotto-Pralinen?

Am besten ein starker Espresso oder ungesüßter schwarzer Tee, deren Bitterstoffe die Süße der Creme ausbalancieren. Auf einem Dessertteller machen sich frische Himbeeren oder Physalis dazu besonders gut, siehe die Beilagenvorschläge weiter oben.

Kann ich die Pralinen einfrieren?

Ja. Die fertig gewälzten Pralinen einzeln vorfrieren, dann luftdicht bis zu 2 Monate lagern. Zum Auftauen langsam über Nacht im Kühlschrank auftauen lassen, damit die Kakaobutter gleichmäßig fest bleibt statt an der Oberfläche zu schwitzen.

Womit kann ich das Haselnussmus ersetzen?

Mandelmus funktioniert im gleichen Verhältnis, ergibt aber eine mildere, weniger typische Giotto-Note. Von stark geröstetem oder gesalzenem Nussmus würde ich abraten, da es den feinen Geschmack der Creme verändert.

Die Masse wird bei mir nicht fest genug zum Formen – woran liegt das, wenn ich sonst gerne schnell kochen möchte und wenig Geduld für Kühlzeiten habe?

Meistens liegt es an zu kurzer oder zu warmer Kühlzeit. Die Kakaobutter braucht die vollen 1 bis 1,5 Stunden im Kühlschrank, um auszukristallisieren – im Eisfach geht es etwas schneller (ca. 30–40 Minuten), aber regelmäßig prüfen, damit die Masse nicht komplett durchfriert.

Eignet sich das Rezept, wenn ich unter der Woche generell lieber schnell kochen möchte?

Die aktive Arbeitszeit liegt bei etwa 30 Minuten, verteilt auf Rösten, Verrühren und Formen – dazwischen läuft die Kühlzeit von selbst. Praktisch: Du kannst die Masse am Vortag vorbereiten und am nächsten Tag in wenigen Minuten fertig formen und wälzen.

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Naima Fee

Foodbloggerin mit Fokus auf italienisch vegane Küche. Hier auf dem Blog findest du vor allem einfache Rezepte für den Alltag – gelingsicher und alltagstauglich.

 

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