Bei den gekauften veganen Mozzarellas sind oft Sachen drin, die wirklich nicht gesund sind. Im Bioladen habe ich zwar einmal einen gefunden, dessen Zutaten vollkommen in Ordnung waren. Aber geschmeckt hat mir leider keiner davon so richtig.
Mein selbstgemachter Mozzarella dagegen ist wirklich richtig lecker. Er ist genial einfach, und die Zutaten sind auch nicht teuer.
Eine Sache noch: Ich koche grundsätzlich alles ohne Hefeflocken. Im Rezept findest du sie deshalb nur als optionale Zutat. Wenn du sie dazugibst, bekommt der Mozzarella mehr Käsegeschmack. Ich brauche das gar nicht. Mir reicht die Konsistenz, die schon richtig nach Mozzarella schmeckt.
Die eigentliche Geheimzutat ist dabei Tapiokastärke. Anders als normale Speise- oder Maisstärke sorgt sie für die typisch elastische, leicht faserige Konsistenz, die man von echtem Mozzarella kennt. In Kombination mit Cashewkernen und Agar-Agar entsteht so ein pflanzlicher Mozzarella, der nicht nur wunderbar cremig ist, sondern sich auch in Scheiben schneiden, zupfen und sogar auf Pizza oder in Lasagne verwenden lässt.
Das Rezept ist glutenfrei, sojafrei und mit wenigen einfachen Zutaten in etwa 25 Minuten zubereitet. Nach dem Abkühlen wird der Mozzarella angenehm schnittfest und lässt sich vielseitig verwenden – für Caprese, Pizza, Aufläufe, Sandwiches oder überall dort, wo du klassischen Mozzarella ersetzen möchtest.
Ich mache dieses Rezept inzwischen regelmäßig, weil es zuverlässig gelingt und geschmacklich sowie von der Konsistenz erstaunlich nah an das italienische Original herankommt. Gerade wenn du bisher von veganem Mozzarella enttäuscht warst, solltest du diese Variante unbedingt ausprobieren.

Veganer Mozzarella – schnittfest und schmelzend zugleich
Zutaten
Zubereitung
- 1. Cashews blitzeinweichen (10 Minuten). Die Cashewkerne in eine hitzefeste Schüssel geben und mit den 350 ml kochendem Wasser übergießen, sodass sie vollständig bedeckt sind. 10 Minuten stehen lassen, dann durch ein Sieb abgießen und kurz mit kaltem Wasser abspülen. Warum: Kochendes statt kaltes Wasser verkürzt die sonst üblichen 3–4 Stunden Einweichzeit auf ein Zehntel, weil die Hitze die Zellstruktur der Nüsse viel schneller aufweicht — der Mixer bekommt sie danach trotzdem butterweich klein.
- 2. Alles cremig mixen (2 Minuten). Abgetropfte Cashews mit den 200 ml kaltem Wasser, Zitronensaft, Kokosöl (und nach Wunsch Hefeflocken), Salz und Knoblauchpulver in einen Hochleistungsmixer geben. Mindestens 90 Sekunden auf höchster Stufe mixen, bis wirklich keine Krümel mehr zu spüren sind. Erst danach die Tapiokastärke und das Agar-Agar-Pulver dazugeben und nur kurz, etwa 15 Sekunden, untermixen. Warum: Wird die Stärke von Anfang an mitgemixt, verklumpt sie am Mixerboden und lässt sich später nur schwer gleichmäßig verteilen.
- 3. Auf dem Herd zur zähen Masse kochen (7–9 Minuten). Die Mischung in einen beschichteten Topf gießen und bei mittlerer Hitze unter ständigem Rühren mit dem Schneebesen erhitzen. Nach 2–3 Minuten wird sie klumpig — das ist normal und kein Fehler. Weiterrühren, bis die Masse nach etwa 5 Minuten glatt wird, deutlich andickt und beginnt, sich beim Rühren als ein zusammenhängender, glänzender Klumpen vom Topfboden zu lösen. Sobald sie beim Anheben des Schneebesens sichtbar lange, glasige Fäden zieht, ist sie fertig. Warum: Erst durch das echte Kochen — nicht nur Erwärmen — gelatiniert die Tapiokastärke vollständig und entwickelt die dehnbare, käseartige Bindung. Nimmst du den Topf zu früh vom Herd, bleibt die Masse krümelig statt stretchy.
- 4. Formen und schnell kühlen (15–20 Minuten). Die heiße Masse sofort in eine kleine, leicht eingeölte Schüssel oder Silikonform streichen, glattstreichen und mit einem Löffel rund formen. Für sofortigen Gebrauch 15 Minuten ins Gefrierfach stellen, für schnittfeste Scheiben lieber 2 Stunden in den Kühlschrank. Warum: Agar-Agar zieht anders als Gelatine schon bei Zimmertemperatur an, wird aber erst durch Kühle richtig fest — das Gefrierfach beschleunigt diesen Prozess, ohne die Masse einzufrieren, solange du die Zeit im Auge behältst.
- 5. Servieren oder weiterverarbeiten. Für Caprese in dünne Scheiben schneiden und mit reifen Tomaten, Basilikum, Olivenöl und grobem Salz anrichten. Für Pizza in kleine Stücke zupfen oder grob reiben und erst in den letzten 8–10 Minuten der Backzeit bei 220–230 °C Ober-/Unterhitze auf den Belag geben, dann schmilzt er goldgelb, statt nur auszutrocknen. In der Lasagne einfach zwischen die Schichten streichen — er zieht beim Überbacken zuverlässig Fäden.
💡 Der Insider-Trick: Achte beim Kochen genau auf den Moment, in dem die Masse anfängt, glasige Fäden zu ziehen, statt nur dickflüssig zu sein — das ist der Punkt, an dem die Stärke vollständig aktiviert ist. Die meisten Rezepte scheitern nicht an den Zutaten, sondern daran, dass zu früh vom Herd genommen wird. Und noch etwas Wichtiges zur Sicherheit deiner Konsistenz: Agar-Agar braucht anders als Gelatine eine echte, sprudelnde Kochphase von mindestens 2 Minuten, um überhaupt zu binden — nur Erhitzen reicht nicht. Wird deine Masse später nicht fest, war es meist genau das.
🔄 So bleibt’s flexibel: Auch super, wenn du schnell kochen willst
Nussfrei: Ersetze die Cashewkerne 1:1 durch geschälte Sonnenblumenkerne. Sie ziehen genauso schnell mit kochendem Wasser durch und ergeben einen minimal erdigeren, aber ebenso cremigen Käse.
Extra schmelzend für die Pizza: Reduziere das Agar-Agar auf ¾ TL. Der Käse wird dadurch etwas weicher und lässt sich nicht mehr ganz so sauber in Scheiben schneiden, schmilzt dafür aber noch cremiger und großflächiger.
Kräftiger im Geschmack: Für eine würzigere Caprese-Variante 1 TL getrockneten Oregano und eine Prise geräuchertes Paprikapulver mit in die Mixer-Mischung geben — schmeckt herrlich zu sonnengereiften Tomaten.
Für dieses Rezept brauchst du wirklich Power, sonst bleiben feine Cashewkrümel in der Masse zurück, die sich später auch beim Kochen nicht mehr auflösen. Genau so einen Mixer nutze ich seit einiger Zeit: Der bruchsichere Tritan-Behälter verträgt heiße wie kalte Zutaten, die Edelstahl-Mahlklingen mixen die Cashew-Zitronen-Basis in unter 90 Sekunden butterglatt, und er meistert danach auch Smoothies, Nussmus oder cremige Suppen problemlos. Ehrlich gesagt: Bei einer so kleinen Menge wie unseren 300 ml Käsemasse musst du zwischendurch einmal mit einem Teigschaber nachhelfen, weil die Klingen den Rest am Boden sonst nicht mehr richtig fassen — bei größeren Mengen fällt das gar nicht auf.
Einfaches Rezept, ehrliche Antworten: Deine Fragen zu diesem Mozzarella
Kann ich die Cashewkerne durch etwas anderes ersetzen?
Ja. Geschälte Sonnenblumenkerne funktionieren im Verhältnis 1:1 genauso gut und lassen sich ebenfalls schnell kochen, weil sie mit kochendem Wasser genauso rasch weich werden. Der Geschmack wird dadurch minimal erdiger, die Konsistenz bleibt aber praktisch identisch.
Wie lange hält sich der vegane Mozzarella im Kühlschrank?
Luftdicht verpackt hält er sich im Kühlschrank 4–5 Tage. Legst du ihn in eine leichte Salzlake (3 g Salz pro 100 ml Wasser), bleibt er sogar noch etwas länger frisch und saftig. Er lässt sich auch problemlos einfrieren — die Konsistenz bleibt nach dem Auftauen im Kühlschrank erhalten.
Warum wird meine Masse nicht richtig fest?
Meist liegt es entweder an zu kurzer Kochzeit — die Masse muss wirklich mindestens 2 Minuten sprudelnd kochen, damit das Agar-Agar bindet — oder an minderwertigem Agar-Agar-Pulver mit Füllstoffen. Achte auf ein reines, glutenfrei zertifiziertes Produkt und nimm dir die vollen 7–9 Minuten Kochzeit auf dem Herd.
Kann ich das Rezept auch super schnell kochen, wenn ich nur 15 Minuten habe?
Bedingt: Die Kochzeit der Käsemasse selbst solltest du nie abkürzen, sonst bleibt sie krümelig statt stretchy. Sparen kannst du aber bei der Kühlzeit — direkt aus dem Gefrierfach nach 12–15 Minuten ist die Masse warm-weich genug für die sofortige Pizza, nur zum sauberen Aufschneiden solltest du wirklich schnell kochen und danach mindestens 2 Stunden kühlen.
Hier in Italien habe ich gelernt, dass es oft nur ein paar kleine Handgriffe sind, die ein Gericht richtig gut machen. In meinem kostenlosen Guide verrate ich dir, was italienische Pasta so herrlich cremig macht und wie das auch bei dir zu Hause klappt: vegan, glutenfrei und so, dass die ganze Familie mitisst.
Ich lebe seit über zehn Jahren in Süditalien und entwickle auf cucinanaima.com einfache Rezepte, die vegan, glutenfrei und ohne Industriezucker sind. Am meisten freue ich mich, wenn meine Rezepte der ganzen Familie schmecken, auch denen, die sonst gar nicht vegan essen.








