Der perfekte glutenfreie Pizzateig wie aus Italien — ein einfaches Rezept, das wirklich gelingt

Alle, die vegan kochen, wissen: Vegan ist überhaupt kein Problem. Das ist weder schwierig noch kompliziert. Glutenfrei dagegen schon. Das ist wirklich nicht so einfach.

Bei mir hat es einige Jahre gedauert, bis ich richtig gutes glutenfreies Brot und einen richtig guten Pizzateig hinbekommen habe. Viele Teige waren bröckelig wie ein Keks oder zäh wie Kaugummi. Ich habe immer wieder ausprobiert, Mehle getauscht und Mengen verändert.

Jetzt habe ich ihn: einen glutenfreien Pizzateig, der sich dehnen lässt, ohne zu reißen, und beim Backen einen knusprigen Rand bekommt. So wie man es aus einer guten Pizzeria hier in Italien kennt.

Ich finde es einfach genial, wenn man so gesund kochen kann und es trotzdem so lecker ist. Und wenn Menschen, die ganz normal essen, bei dir mitessen und gar nichts vermissen. Genau das ist mit diesem Teig möglich.

Unten findest du das Rezept für 4 Portionen, vegan, glutenfrei und ohne Industriezucker. Der Trick dahinter ist ganz einfach, und ich erkläre ihn dir Schritt für Schritt.

⏱️ Zubereitungszeitmehrere Stunden oder über Nacht
👥 Portionen4 Portionen
📊 SchwierigkeitMittel
ErnährungsformVegan · Glutenfrei · Ohne Industriezucker

Was ist glutenfreier Pizzateig überhaupt?

Normaler Pizzateig braucht nur vier Dinge: Mehl, Wasser, Hefe und Salz. Dass er sich so schön dehnen lässt, liegt am Gluten im Weizenmehl. Das Gluten bildet beim Kneten ein Netz, das die Luftbläschen der Hefe festhält.

Ohne Gluten fehlt dieses Netz. Reismehl oder Maismehl allein ergeben deshalb keinen dehnbaren Teig. Er reißt beim Ausbreiten und wird beim Backen hart oder gummig. Darum nehme ich eine Mischung aus mehreren glutenfreien Mehlen und dazu Flohsamenschalen. Sie übernehmen die Aufgabe vom Gluten und halten den Teig zusammen.

Meine Mischung besteht aus feinem Reismehl, Tapiokastärke und Sorghummehl. Das Reismehl schmeckt neutral, die Tapiokastärke macht den Teig elastisch, und das Sorghummehl bringt einen leicht nussigen Geschmack. Diese Mehle bekommst du gut, und sie sind günstiger als fertige Spezialmischungen.

In Italien ist glutenfreie Pizza übrigens ganz normal. Viele Pizzerien haben eine eigene glutenfreie Küche, und „Pizza senza glutine“ steht auf fast jeder Speisekarte. Hier nimmt man Zöliakie sehr ernst. Das finde ich richtig schön.

🛒 Einkaufs-Tipps

Qualitätsmerkmale: Feines Reismehl fühlt sich zwischen den Fingern puderig an, nicht sandig-körnig — grobes Reismehl macht den Teig krümelig. Tapiokastärke sollte rein sein, ohne Zusätze oder Klumpenbildung im Beutel. Sorghummehl am besten aus kontrolliertem Anbau kaufen, es wird schneller ranzig als reine Stärke und sollte deshalb nicht zu lange lagern.

Herkunft: Reismehl kommt meist aus Italien oder Spanien, teils auch aus asiatischem Anbau — beides funktioniert gleich gut, achte höchstens auf Bio-Qualität. Flohsamenschalenpulver (dazu gleich mehr) stammt überwiegend aus Indien oder Pakistan; kaufe wenn möglich das feine Pulver, nicht die ganzen Schalen — die ziehen unterschiedlich viel Wasser und machen die Kruste ungleichmäßig körnig.

Preisrange: Reismehl und Tapiokastärke liegen bei etwa 2,50–4 € pro 500 g, Sorghummehl bei 3–6 €. Flohsamenschalenpulver kostet mit 8–14 € pro 250 g auf den ersten Blick viel, hält aber Monate und wird nur in kleinen Mengen gebraucht.

📦 Lagerung & Haltbarkeit

Roher Teig hält sich, luftdicht abgedeckt, 2–3 Tage im Kühlschrank — er wird dabei sogar noch etwas aromatischer. Für längere Vorratshaltung die geformten Teigkugeln einzeln in Frischhaltefolie oder wiederverwendbare Beutel packen und bis zu 3 Monate einfrieren; am Vorabend im Kühlschrank auftauen lassen, dann brauchst du am nächsten Tag nur noch die Stückgare abzuwarten.

Auch vorgebackene, unbelegte Böden lassen sich gut lagern: 2 Tage im Kühlschrank oder bis zu 1 Monat eingefroren. Fertig gebackene Pizza schmeckt am besten frisch, hält sich aber abgedeckt 1–2 Tage im Kühlschrank. Zum Aufwärmen unbedingt den Ofen nehmen (180 °C, 5–8 Minuten auf dem Rost oder Blech) — in der Mikrowelle wird glutenfreier Boden schnell gummig, weil er die Feuchtigkeit anders speichert als Weizenteig.

Verwendung in der Küche: Warum die Nässe der eigentliche Trick ist

Das Wichtigste an diesem Rezept: Der Unterschied zwischen einem bröckeligen und einem biegsamen glutenfreien Pizzateig ist nicht das Mehl — es sind die Flohsamenschalen und der Mut, den Teig nass zu lassen. Flohsamenschalenpulver (Psyllium) besteht aus Ballaststoffen, die enorm viel Wasser binden und dabei eine gelartige, leicht dehnbare Masse bilden. Genau dieses Gel übernimmt im Teig die Aufgabe, die sonst das Gluten hätte: Es hält die Luftblasen der Hefe fest und macht den Teig biegsam genug, dass er sich von Hand ausstreichen lässt, ohne sofort einzureißen.

Aber Achtung: Flohsamenschalen brauchen deutlich mehr Wasser, als man beim Anblick der Mehlmenge vermuten würde. Ein glutenfreier Pizzateig mit Psyllium liegt bei einer Hydration (dem Wasseranteil im Verhältnis zur Mehlmenge) von 80–90 % — zum Vergleich: klassischer Weizen-Pizzateig kommt meist mit 60–65 % aus. Das bedeutet: Dein Teig wird sich am Ende der Knetzeit klebrig, weich und fast schon zu nass anfühlen. Genau hier passiert der häufigste Fehler — aus Reflex wird mehr Mehl untergeknetet, „damit es sich richtig anfühlt“. Damit zerstörst du aber genau die Struktur, die du aufbauen willst: zu wenig Wasser, und die Flohsamenschalen können ihr Gel gar nicht erst vollständig bilden. Der Teig bleibt dann trocken, bröckelig und reißt beim Ausbreiten doch wieder. Vertrau stattdessen dem Rezept, arbeite mit geölten statt bemehlten Händen, und lass dem Teig die angegebene Ruhezeit — erst nach 5 bis 10 Minuten Quellzeit entfaltet das Psyllium seine volle Bindekraft, und der Teig wird von „zu nass“ zu genau richtig.

Die zweite Stellschraube ist Zeit. Ohne Gluten fehlt dem Teig die Elastizität, die ihn beim Gehen von innen stützt — deshalb geht glutenfreier Hefeteig grundsätzlich langsamer und weniger auf als sein Weizen-Pendant, selbst mit derselben Hefemenge. Eine lange, kühle Gare über Nacht gleicht das aus: Sie gibt der Hefe genug Zeit, um trotzdem für Volumen und Aroma zu sorgen, ganz ohne zusätzlichen Zucker als Starthilfe — die Stärke aus dem Mehl reicht der Hefe völlig, sie braucht nur Geduld. Wer schnell kochen möchte, bereitet den Teig deshalb am besten im Voraus vor: Einmal geknetet und über Nacht im Kühlschrank gegangen, ist die eigentliche Pizza am nächsten Abend in 20 Minuten fertig — schnell kochen wird so auch an einem glutenfreien Wochentag machbar, der Aufwand liegt komplett am Vortag.

Beim Formen selbst gilt: nicht ziehen und wirbeln wie beim Pizzabäcker, sondern mit geölten Fingerspitzen von der Mitte nach außen drücken. Der fehlende Kleber macht den Teig empfindlicher gegenüber Zug, aber unempfindlicher gegenüber Druck — er lässt sich also eher „hinlegen“ als „werfen“. Und ein zweiter Kniff aus der italienischen Pizzeria-Praxis hilft besonders bei glutenfreiem Teig: den blanken Boden 4–5 Minuten vorbacken, bevor der Belag daraufkommt. So bekommt die Kruste eine erste feste Struktur, bevor Tomatensauce und Gemüse Feuchtigkeit hineinziehen — der Boden bleibt knusprig statt durchweicht.

Auch der Ofen selbst macht einen spürbaren Unterschied. Klassische neapolitanische Pizzeria-Öfen erreichen 400–450 °C und backen eine Pizza in 60–90 Sekunden — Temperaturen, die kein Haushaltsofen schafft. Dagegen anzukommen gelingt am ehesten mit einem Pizzastein oder -stahl, der lange genug vorheizt: Er speichert die Hitze und gibt sie beim Auflegen des Teigs schlagartig an die Unterseite ab, statt dass der Teig erst langsam mit dem restlichen Ofen mitzieht. Wer einen Gasgrill besitzt, kommt damit oft noch näher an echte Pizzeria-Temperaturen als im Backofen — auch dafür eignet sich ein Pizzastein, sofern er ausdrücklich für Grillhitze freigegeben ist. Ohne Stein oder Stahl funktioniert das Rezept trotzdem, nur wird die Kruste dann etwas weniger knusprig und die Backzeit im letzten Schritt etwas länger.

Glutenfreie Pizza mit perfektem Pizzateig wie aus Italien

Glutenfreier Pizzateig wie in Italien

Der perfekte glutenfreie Pizzateig aus Reismehl, Tapiokastärke, Sorghum und Flohsamenschalen, außen knusprig und innen luftig. Vegan.
Vorbereitungszeit 20 Minuten
Zubereitungszeit 15 Minuten
Gehzeit 2 Stunden
Gesamtzeit 2 Stunden 35 Minuten
Portionen: 4 Pizzen
Gericht: Grundrezept
Küche: Italienisch

Zutaten
  

  • 170 g feines Reismehl
  • 120 g Tapiokastärke (Tapiokamehl)
  • 110 g Sorghummehl
  • 20 g Flohsamenschalenpulver (fein gemahlen, nicht als ganze Schalen)
  • 9 g Salz
  • 12 g frische Hefe (ersatzweise 4 g Trockenhefe)
  • 360 g lauwarmes Wasser (ca. 30–35 °C)
  • 24 g natives Olivenöl extra plus etwas mehr zum Formen
  • 10 g Zitronensaft

Zubereitung
 

  1. Hefe auflösen. Frische Hefe im lauwarmen Wasser (30–35 °C, nicht heißer — sonst sterben die Hefezellen ab) mit den Fingern verrühren, bis sie sich vollständig aufgelöst hat. Kein Zucker nötig: Die Hefe findet in der langen Gare genug Stärke im Mehl, um in Gang zu kommen.
  2. Trockene Zutaten mischen. Reismehl, Tapiokastärke, Sorghummehl, Flohsamenschalenpulver und Salz in einer großen Schüssel gründlich verrühren. Das Psyllium muss gleichmäßig verteilt sein, sonst bildet es später klumpige Gel-Nester statt eines durchgängigen Netzes.
  3. Zusammenfügen und quellen lassen. Hefewasser, Olivenöl und Zitronensaft zu den trockenen Zutaten geben, mit einem Löffel oder den Händen zu einem groben Teig verrühren. 5–10 Minuten stehen lassen — das ist kein optionaler Schritt: Erst in dieser Zeit zieht das Flohsamenschalenpulver das Wasser und bildet das Gel, das dem Teig seine Struktur gibt. Der Teig fühlt sich davor deutlich nasser an, als er nachher sein wird.
  4. Kurz kneten. Mit angefeuchteten oder leicht geölten Händen 2–3 Minuten in der Schüssel durchkneten, bis der Teig homogen ist. Er bleibt weich und leicht klebrig — das ist richtig so. Keinesfalls zusätzliches Mehl einarbeiten.
  5. Stockgare. Schüssel mit einem feuchten Tuch oder Deckel abdecken. Entweder 1,5–2 Stunden bei Raumtemperatur (22–24 °C) gehen lassen, bis der Teig sichtbar aufgegangen ist — glutenfreier Teig verdoppelt sich dabei meist nicht ganz, das ist normal. Oder, für mehr Aroma und den Über-Nacht-Zeitplan: 12–16 Stunden abgedeckt im Kühlschrank bei maximal 7 °C gehen lassen.
  6. Portionieren und formen. Kam der Teig aus dem Kühlschrank, zuerst 30–45 Minuten bei Raumtemperatur akklimatisieren lassen. Dann in 4 Portionen zu je ca. 210 g teilen und mit geölten Händen zu Kugeln formen. Jede Kugel auf ein geöltes Stück Backpapier setzen, mit Frischhaltefolie locker abdecken und weitere 30–45 Minuten ruhen lassen (Stückgare).
  7. Ausbreiten. Backofen mit Pizzastein (falls vorhanden) auf höchster Stufe vorheizen, mindestens 45–60 Minuten, damit der Stein die Hitze wirklich gespeichert hat — das ist entscheidend für einen knusprigen Boden. Jede Teigkugel direkt auf dem Backpapier mit geölten Fingerspitzen von der Mitte nach außen zu einem 26–28 cm großen Fladen drücken, den Rand dabei etwas dicker lassen. Nicht ziehen oder in der Luft drehen — der Teig reißt sonst.
  8. Vorbacken. Ofen auf 250 °C (Ober-/Unterhitze, oder die höchste Stufe deines Ofens) stellen. Den blanken Boden mitsamt Backpapier auf den heißen Stein oder ein vorgeheiztes Blech ziehen und 4–5 Minuten vorbacken, bis die Oberfläche fest, aber noch hell ist.
  9. Belegen und fertigbacken. Boden mit Tomatensauce, veganem Belag deiner Wahl und bei Bedarf pflanzlichem Käse belegen. Weitere 6–8 Minuten backen, bis der Rand goldbraun ist und dunkle Leopardenflecken bekommt. Am Boden prüfen: Klopft man leicht dagegen, klingt eine durchgebackene Kruste hohl, keinesfalls glasig-feucht.
  10. Ruhen lassen. Die Pizza 2 Minuten stehen lassen, bevor du sie anschneidest — direkt aus dem Ofen ist die Krume noch sehr weich und schneidet sich schlechter.

Tipps

Dieses Rezept ist von Natur aus vegan, glutenfrei und ohne Industriezucker — es enthält keine versteckten tierischen Zutaten und keine Nüsse. Wichtig für alle mit diagnostizierter Zöliakie: Achte darauf, dass alle Mehle und das Flohsamenschalenpulver ausdrücklich als glutenfrei zertifiziert sind (unter 20 ppm), da manche Getreidemühlen auch glutenhaltige Produkte verarbeiten und es dadurch zu Spuren kommen kann, selbst wenn die Zutat selbst von Natur aus glutenfrei ist. Ein kleiner Vorteil bleibt bei dieser Mehlkombination nebenbei erhalten: Sorghummehl und Flohsamenschalenpulver bringen von Haus aus deutlich mehr Ballaststoffe mit als reines Weißmehl oder eine reine Stärkemischung aus Reismehl und Tapioka allein. Das macht den Teig zwar nicht zu einem "Gesundheitsrezept", aber es ist ein netter Nebeneffekt, dass die Mehlbasis, die man aus strukturellen Gründen sowieso braucht, gleichzeitig etwas sättigender ist als eine reine Stärkemischung. Wer komplett auf Sorghum verzichten möchte, kann es 1:1 durch Hirsemehl ersetzen — der Geschmack wird dadurch etwas milder, die Bindeeigenschaften bleiben vergleichbar, weil Flohsamenschalen und Tapiokastärke ohnehin den Großteil der Struktur übernehmen.

 

💡 Mein wichtigster Tipp: Wiege das Wasser für den Teig ab, statt es mit dem Messbecher abzumessen — schon 20 g zu wenig reichen, um das Flohsamenschalenpulver nicht vollständig quellen zu lassen, und dann bricht die ganze Struktur zusammen. Eine digitale Küchenwaage macht hier wirklich den Unterschied zwischen einem Teig, der reißt, und einem, der sich dehnt.

Du willst noch tiefer in glutenfreie italienische Küche einsteigen — ganz ohne Hafersahne, Cashewcreme oder andere Ersatzprodukte, nur mit der richtigen Technik? In meinem kostenlosen Guide „Warum italienische Pasta cremig wird und deine nicht“ zeige ich dir genau das gleiche Prinzip für Pasta: Es ist nie das teure Ersatzprodukt, sondern der richtige Handgriff zur richtigen Zeit.

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Schnell kochen mit vorbereitetem Teig: 3 Rezept-Empfehlungen

Ist der Teig erst einmal fertig, entscheidet der Belag, in welche Richtung deine Pizza geht. Diese drei Kombinationen funktionieren bei mir besonders zuverlässig:

Pizza Bianca mit Rosmarin und Knoblauch: Boden nur mit Olivenöl bestreichen, grobes Meersalz, frischer Rosmarin und hauchdünn gehobelter Knoblauch obendrauf, ganz ohne Tomatensauce. Reduziert und geradlinig — der Rosmarin wird im Ofen leicht knusprig und duftet stärker als frisch, perfekt, um den Teiggeschmack selbst in den Vordergrund zu stellen.

Ofengemüse: Zucchini, Aubergine und rote Zwiebel dünn geschnitten, kurz mit Olivenöl vorbraten, damit sie beim eigentlichen Pizzabacken nicht mehr zu viel Wasser ziehen. Auf die Tomatensauce legen und mit frischem Basilikum servieren.

Focaccia-Variante als Fingerfood: Denselben Teig in 8 statt 4 Portionen teilen, etwas dicker formen, mit den Fingerspitzen kleine Dellen hineindrücken, dann nur mit Olivenöl, groben Salzkristallen und ein paar halbierten Cherrytomaten belegen. Perfekt als Fingerfood für mehrere Gäste — mehr dazu und weitere Brotideen findest du in meiner Rubrik Brot & Focaccia.

🔄 3 Variationen

Dünnerer, römischer Boden: Wassermenge um 20 g erhöhen, Stockgare um 30 Minuten verlängern. Der Teig wird knuspriger und lässt sich noch dünner ausstreichen.

Mit mehr Ballaststoffen: 30 g des Reismehls durch Buchweizenmehl ersetzen — kräftigerer, leicht nussiger Geschmack, etwas dunklere Kruste.

Mini-Pizzette als Vorspeise: Teig in 8 statt 4 Portionen teilen, Backzeit nach dem Vorbacken um 1–2 Minuten verkürzen. Ideal für einen italienischen Abend mit mehreren kleinen Gängen.

🍅 Saisonalität beim Belag

Der Teig selbst kennt keine Saison, wohl aber das, was darauf kommt. Im Frühling passen junge Artischocken oder wilder Spargel, im Sommer reife Tomaten und viel frisches Basilikum, im Herbst Kürbis und gebratene Pilze, im Winter Radicchio und Grünkohl mit etwas Zitrone. So bleibt dieselbe Grundtechnik das ganze Jahr über interessant.

Das richtige Werkzeug

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Pizzastein für Backofen & Gasgrill, inkl. Pizzaschieber

Bei glutenfreiem Teig macht ein Pizzastein einen sichtbaren Unterschied: Er speichert die Hitze des Ofens und gibt sie beim Auflegen des Teigs schlagartig an die Unterseite ab — genau der Hitzeschock, der für eine knusprige, nicht gummige Kruste sorgt. Meiner ist unkompliziert in Backofen und Gasgrill nutzbar, der beiliegende Schieber erleichtert das Auflegen des klebrigen Teigs enorm. Einziges Manko: Er braucht wirklich eine lange Vorheizzeit von 45–60 Minuten, ungeduldig sollte man dafür nicht sein.

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Flohsamenschalenpulver

Die Zutat, ohne die dieses Rezept schlicht nicht funktioniert. Ich nehme bewusst das fein gemahlene Pulver statt ganzer Schalen, weil es sich gleichmäßiger im Teig verteilt und keine körnige Textur hinterlässt. Ein Beutel reicht bei diesem Rezept für rund zehn Teige, im Vorratsschrank trocken und dicht verschlossen gelagert hält er sich Monate. Ehrlich gesagt: Geschmacklich merkt man es nicht, aber die Konsistenz steht und fällt damit.

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Digitale Küchenwaage

Wie oben im Tipp erwähnt: Bei glutenfreiem Teig entscheidet ein Fehler von 20 g Wasser über Gelingen oder Reißen. Eine digitale Waage nimmt hier jede Unsicherheit raus, die ein Messbecher beim Abmessen von Mehl oder Wasser zwangsläufig mitbringt. Meine zeigt auch kleine Mengen wie Hefe oder Salz zuverlässig an, einzig die Batterien sollte man rechtzeitig wechseln — bei niedrigem Stand schwankt die Anzeige merklich.

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Pinterest-Pin: der perfekte glutenfreie Pizzateig wie aus Italien

Bevor es zu den häufigsten Fragen geht, noch ein Tipp am Rand: Dieselbe Technik aus diesem Pizzateig — Flohsamenschalen statt Gluten, Geduld statt Extra-Mehl — hilft auch bei vielen anderen glutenfreien Hefeteigen. Wenn du magst, zeige ich dir das gleiche Prinzip für cremige Pasta ganz ohne Sahne-Ersatz in meinem kostenlosen Guide.

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Häufig gestellte Fragen

Wo kaufe ich gute Qualität für glutenfreien Pizzateig?

Reismehl, Tapiokastärke und Sorghummehl bekommst du mittlerweile in fast jedem gut sortierten Supermarkt im Bio- oder glutenfreien Regal, günstiger oft im Reformhaus oder online. Achte bei Reismehl auf „fein gemahlen“ statt „griffig“ — das macht beim Ergebnis einen echten Unterschied, weil grob gemahlenes Reismehl den Teig spürbar sandiger und weniger geschmeidig macht. Flohsamenschalenpulver findest du meist in der Drogerie oder im Bio-Laden, dort oft im Verdauungs- statt im Backregal, weil es dort ursprünglich als Ballaststoffpräparat verkauft wird — für Backzwecke funktioniert dieselbe Qualität einwandfrei.

Kann ich den Teig einfrieren?

Ja, und das eignet sich sogar sehr gut für Vorratshaltung. Die Teigkugeln nach der Stockgare einzeln einfrieren, bis zu 3 Monate haltbar. Am Vorabend im Kühlschrank auftauen, dann noch 30–45 Minuten bei Raumtemperatur ruhen lassen, bevor du sie formst — so als wäre nichts dazwischen gewesen.

Was ist der Unterschied zwischen Flohsamenschalenpulver und ganzen Flohsamenschalen?

Beide bestehen aus demselben Ballaststoff, aber das Pulver ist feiner gemahlen und zieht dadurch gleichmäßiger und schneller Wasser als ganze Schalen. In diesem Rezept ist ausdrücklich das Pulver gemeint — tauschst du gegen ganze Schalen, brauchst du meist etwas mehr Menge und definitiv eine längere Quellzeit, sonst bleibt der Teig ungleichmäßig krümelig.

Mein Teig wird zu trocken und bröckelig — was mache ich falsch?

Fast immer liegt es an zu wenig Wasser oder zu wenig Quellzeit. Wiege die Zutaten unbedingt mit einer Waage ab statt mit Messbechern, und gib dem Teig nach dem Vermengen wirklich die vollen 5–10 Minuten Ruhezeit, damit das Flohsamenschalenpulver sein Gel bilden kann. Widerstehe dem Impuls, zusätzliches Mehl einzuarbeiten, auch wenn sich der Teig zunächst sehr weich anfühlt — genau dieses weiche, fast zu klebrige Gefühl ist bei diesem Rezept richtig, nicht falsch. Ein zweiter, seltenerer Grund ist zu altes Flohsamenschalenpulver: Es verliert mit der Zeit an Bindekraft, besonders wenn es nicht ganz trocken gelagert wurde.

Wie bekomme ich diesen Teig auch unter der Woche schnell kochen hin?

Bereite den Teig am Wochenende vor und friere ihn portioniert ein, oder starte ihn abends für die Über-Nacht-Gare im Kühlschrank. Am eigentlichen Kochtag bleibt dann nur noch Formen, Vorbacken und Belegen übrig — das schafft man in gut 20 Minuten, auch unter der Woche.

Kann ich mit diesem Teig auch schnell kochen, ohne ihn vorzubereiten?

Ehrlich gesagt nein — die Gehzeit lässt sich bei glutenfreiem Hefeteig kaum abkürzen, ohne dass Geschmack und Struktur leiden. Wenn es an einem bestimmten Abend wirklich schnell gehen muss, ist ein vorbereiteter, eingefrorener Teig die einzige realistische Abkürzung.

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Naima Fee

Ich lebe seit über zehn Jahren in Süditalien und entwickle auf cucinanaima.com einfache Rezepte, die vegan, glutenfrei und ohne Industriezucker sind. Am meisten freue ich mich, wenn meine Rezepte der ganzen Familie schmecken, auch denen, die sonst gar nicht vegan essen.

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