Veganes Tiramisu mit selbst gemachten glutenfreien Löffelbiskuits

Ich lebe schon seit über 20 Jahren vegan. Fleisch habe ich nie gegessen. Davor war ich ein paar Jahre Vegetarierin, und in dieser Zeit habe ich ganz oft Tiramisu gemacht. Ich fand es einfach so lecker.

Das Geniale ist: Tiramisu lässt sich ganz easy vegan machen. Das ist überhaupt kein Problem. Und ich finde, es schmeckt sogar noch köstlicher als das Original.

Die Creme mache ich aus Kokosmilch. Die Löffelbiskuits backe ich selbst, glutenfrei und mit aufgeschlagenem Kichererbsenwasser statt Eiweiß. So werden sie luftig und saugen den Kaffee schön auf, ohne zu zerfallen. Gekaufte vegane und glutenfreie Löffelbiskuits sind leider oft pappig, deshalb lohnt sich das Selbermachen.

Es braucht ein bisschen mehr Vorbereitung als ein klassisches Tiramisu, weil du die Biskuits selbst backst. Aber kein einziger Schritt ist schwierig. Am Ende hast du ein Dessert, das genauso cremig ist wie das italienische Original. Unten findest du das Rezept, vegan, glutenfrei und ohne Industriezucker.

⏱️ Zeit30–60 Min. aktiv + mind. 4 Std. kühlen
👥 Portionen4 Portionen
📊 SchwierigkeitMittel (Löffelbiskuit selbst gemacht)
🌱 ErnährungsformVegan, glutenfrei, ohne Industriezucker

Was ist eigentlich ein einfaches Rezept für veganes glutenfreies Tiramisu?

Tiramisu ist, anders als viele Pasta- oder Pizza-Klassiker, ein vergleichsweise junges Dessert. Historikerinnen und Historiker verorten seinen Ursprung im Treviso des 19. Jahrhunderts, in der Region Venetien. Der Name kommt aus dem Dialekt der Gegend: „Tireme su“ bedeutet so viel wie „zieh mich hoch“ oder „munter mich auf“ und wurde erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zum heute bekannten „Tiramisu“ italienisiert. Rund um die genaue Entstehung ranken sich mehrere Legenden. Eine besagt, dass eine findige Wirtin in einem Freudenhaus in Treviso das Dessert als kleinen Energieschub für ihre Gäste servierte. Eine andere führt es auf „sbatudin“ zurück, eine einfache Mischung aus geschlagenem Ei und Zucker, die Bauernfamilien in der Region traditionell als stärkende Süßspeise für frisch Verheiratete oder Kranke zubereiteten. Schriftlich dokumentiert ist Tiramisu erst ab den 1980er-Jahren, mündlich erzählen sich Familien in Treviso aber schon seit weit früherer Zeit von den Großmüttern, die es zubereitet haben. Der Schriftsteller Giovanni Comisso, geboren 1895 in Treviso, erwähnte in seinen Texten die Süßspeise seiner Großmutter unter dem Namen „Tirame-sospiro-sù“, ein literarischer Beleg dafür, dass etwas Ähnliches in der Region schon um 1900 existierte, lange bevor der heutige Name geprägt wurde.

Weltberühmt wurde Tiramisu erst ab den 1960er- und 70er-Jahren, als Restaurants in Treviso und später ganz Italien begannen, eine standardisierte Version auf die Speisekarte zu setzen: Löffelbiskuit, Espresso, Mascarpone, Eier, Zucker und Kakao, geschichtet in einer flachen Form. Von dort aus eroberte das Dessert in den 1980er- und 90er-Jahren die internationale Küche und wurde zu einem der bekanntesten italienischen Exportgerichte überhaupt, neben Pizza und Pasta. Genau diese Bekanntheit macht es aber auch besonders schade, wenn Menschen mit Zöliakie, Laktoseintoleranz oder veganer Ernährung nie eine gute Version davon probieren durften, weil bis heute kaum ein Restaurant eine angepasste Variante anbietet. Dieses einfache Rezept soll genau diese Lücke schließen.

Im klassischen Originalrezept steckt genau dieses „sbatudin“: rohe Eigelbe, mit Zucker cremig aufgeschlagen und mit Mascarpone verrührt. Das ist auch der Grund, warum klassisches Tiramisu für Schwangere, kleine Kinder, ältere Menschen oder alle mit geschwächtem Immunsystem ein Risiko birgt, denn rohes Ei kann Salmonellen enthalten. Genau hier setzt die vegane Version an, die dieses Risiko von Natur aus umgeht. Statt rohem Ei kommt aufgeschlagenes Kichererbsenwasser, sogenanntes Aquafaba, zum Einsatz, das sich fast wie Eiweiß aufschlagen lässt, aber komplett pflanzlich und unbedenklich ist. Statt Mascarpone sorgt eine Mischung aus eingeweichten Cashewkernen und aufgeschlagener Kokoscreme für die nötige Cremigkeit.

Für die glutenfreie Version reicht es aber nicht, einfach nur ein anderes Mehl zu nehmen. Fertige glutenfreie, vegane Löffelbiskuit aus dem Supermarkt oder Bio-Laden sind oft schwer zu finden, teuer und, ehrlich gesagt, meistens enttäuschend: zu trocken, zu bröselig, oder sie zerfallen beim Tränken in der Kaffeetränke zu Brei. Dieses einfache Rezept löst das Problem an der Wurzel, indem es die Löffelbiskuit selbst herstellt, mit einer glutenfreien Mehlmischung und aufgeschlagenem Aquafaba als Bindemittel. Das Ergebnis ist ein Löffelbiskuit, der stabil genug bleibt, um die Kaffeetränke aufzunehmen, ohne durchzuweichen, und trotzdem angenehm luftig ist.

Geschmacklich und von der Textur her kommt dieses Tiramisu dem Original erstaunlich nahe, mit zwei kleinen, aber ehrlichen Unterschieden: Die Creme ist minimal weniger schwer als eine reine Mascarpone-Creme, weil Cashewkerne einen etwas leichteren Fettanteil haben, und die selbstgebackenen Löffelbiskuit sind etwas poröser als die industriellen mit Weizenmehl, weshalb sie schneller Flüssigkeit aufnehmen. Für den Geschmack macht das kaum einen Unterschied, für die Technik beim Tränken aber schon, und genau darauf gehe ich in den Zubereitungsschritten gleich genauer ein.

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Für die glutenfreie Mehlmischung brauchst du hier keine teure Fertigmischung, weiter unten zeige ich dir, wie du sie mit nur drei Zutaten selbst anrührst. Aquafaba bekommst du einfach als Abtropfflüssigkeit aus einer Dose Kichererbsen (Bio, ungesalzen ist am neutralsten im Geschmack). Kokosmilch sollte vollfett sein (mindestens 60% Kokosanteil) und über Nacht kühl stehen, damit sich das feste Kokosfett vom Wasser trennt. Erythrit gibt es gepudert oder in Kristallform zu kaufen, für dieses Rezept brauchst du unbedingt die gepuderte Variante, sonst schlägt das Aquafaba nicht richtig auf.

Glutenfreie Mehlmischung selbst herstellen

Fertige glutenfreie Mehlmischungen aus dem Supermarkt sind oft teuer, manchmal schwer zu bekommen und die Zusammensetzung unterscheidet sich von Marke zu Marke, was das Nachbacken unnötig unvorhersehbar macht. Dabei lässt sich eine zuverlässige Mischung für helle Backwaren wie diese Löffelbiskuit mit nur drei Zutaten aus dem Drogeriemarkt oder Bio-Laden selbst anrühren, in genau der Menge, die du für dieses Rezept brauchst.

🥣 Mehlmischung für 150 g (genau die Menge für dieses Rezept)

90 g Reismehl, fein und hell (60%)
45 g Maisstärke (30%)
15 g Tapiokastärke (10%)

Alle drei Mehle und Stärken einfach in einer Schüssel gründlich verrühren oder gemeinsam durch ein feines Sieb schlagen, damit keine Klümpchen zurückbleiben. Reismehl gibt der Mischung Struktur und ein neutrales Aroma, Maisstärke und Tapiokastärke machen das Gebäck leicht und verhindern, dass es krümelig wird. Willst du gleich eine größere Menge auf Vorrat mischen, rechnest du die Mengen einfach entsprechend hoch (zum Beispiel verzehnfachen für 1,5 kg) und bewahrst den Rest luftdicht und trocken auf, so hält er sich mehrere Monate. Ein Bindemittel wie Xanthan ist in dieser Mischung bewusst nicht enthalten, das kommt bei diesem Rezept separat dazu, damit du die Menge genau auf die aufgeschlagene Aquafaba abstimmen kannst.

Aquafaba, Cashew und Erythrit: die drei wichtigsten Zutaten erklärt

Wer noch nie vegan oder glutenfrei gebacken hat, stolpert bei diesem Rezept vermutlich über drei Zutaten, die im klassischen Tiramisu keine Rolle spielen. Ein kurzer Überblick hilft, damit beim Nachkochen nichts schiefgeht.

Aquafaba: das Abwasser mit Superkräften

Aquafaba ist schlicht die Flüssigkeit, die beim Kochen von Hülsenfrüchten entsteht oder in jeder Dose Kichererbsen mitgeliefert wird und normalerweise im Ausguss landet. In ihr stecken gelöste Proteine und Stärke aus den Kichererbsen, die sich beim Aufschlagen fast identisch verhalten wie Eiweiß: Sie binden Luft ein und bilden ein stabiles Schaumgerüst. Entdeckt wurde diese Eigenschaft erst vor gut zehn Jahren von veganen Hobbyköchinnen und -köchen, seitdem hat sich Aquafaba zum festen Bestandteil der veganen Backwelt entwickelt, von Baiser über Mousse bis eben zu Löffelbiskuit. Wichtig ist nur, dass die Schüssel und die Schneebesen wirklich fettfrei sind, sonst kollabiert der Schaum wieder in sich zusammen, genau wie bei echtem Eischnee.

Cashewkerne: die neutrale Basis für Cremigkeit

Cashewkerne haben von Natur aus einen sehr milden, leicht süßlichen Eigengeschmack und einen hohen Fettanteil, was sie ideal macht, um pürierte Cremes und Käseersatz herzustellen. Damit sie sich wirklich glatt pürieren lassen, müssen sie eingeweicht werden, entweder über Nacht kalt oder, wenn es schneller gehen soll, 10 bis 15 Minuten in kochend heißem Wasser. Danach sollten sie sich zwischen den Fingern ohne Widerstand zerdrücken lassen, das ist das Zeichen, dass sie weich genug für einen wirklich cremigen Mix sind. Wer eine Nussallergie hat oder Cashews vermeiden möchte, kann versuchsweise geschälte Sonnenblumenkerne verwenden, der Geschmack wird dadurch aber etwas neutraler und weniger reichhaltig.

Erythrit: süß ohne Blutzuckerspitzen

Erythrit ist ein Zuckeralkohol, der natürlich in einigen Obstsorten vorkommt und industriell meist durch Fermentation von Traubenzucker gewonnen wird. Er hat fast keine Kalorien, lässt den Blutzuckerspiegel nicht ansteigen und schmeckt zu etwa 70 Prozent so süß wie Haushaltszucker, weshalb man beim Ersetzen meist etwas großzügiger dosiert. Für dieses Rezept ist entscheidend, dass du die gepuderte Variante verwendest und nicht die grobkristalline, denn nur das feine Pulver löst sich beim Aufschlagen mit Aquafaba vollständig auf. Ein Nebeneffekt von Erythrit, den viele nicht kennen: In größeren Mengen auf einmal gegessen, kann es bei manchen Menschen leicht abführend wirken, für die Menge in einer normalen Portion Tiramisu ist das aber unbedenklich.

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Wichtig zu wissen: Weil dieses Tiramisu Cashewcreme statt Mascarpone enthält, hält es sich im Kühlschrank gut abgedeckt 2 bis 3 Tage. Länger würde ich nicht warten, die Löffelbiskuit werden mit der Zeit weicher und die Creme verliert an Frische. Einfrieren würde ich es nicht, die Textur der Cashewcreme verändert sich beim Auftauen spürbar und wird körnig.

So gelingt das einfache Rezept für veganes glutenfreies Tiramisu Schritt für Schritt

Kaffee für Tiramisu schnell kochen: Espresso-Tipps für die Tränke

Für die Kaffeetränke brauchst du keine teure Espressomaschine. Ein starker Kaffee aus der Mokkakanne, French Press oder sogar löslicher Espressopulver, kräftig aufgebrüht, funktioniert genauso gut. Wichtig ist nur, dass der Kaffee wirklich kräftig ist und vollständig abgekühlt, bevor du die Löffelbiskuit darin tauchst, sonst werden sie zu weich.

Zutaten für ein einfaches Rezept für veganes glutenfreies Tiramisu: Kichererbsenwasser, Cashewkerne, Kokosmilch, Kaffee, Kakaopulver

Veganes, glutenfreies Tiramisu mit selbst gemachten Löffelbiskuits

Klassisches Tiramisu mit selbst gebackenen glutenfreien Löffelbiskuits aus Aquafaba und cremiger Cashew-Kokos-Creme. Vegan, glutenfrei und ohne Industriezucker.
Vorbereitungszeit 45 Minuten
Zubereitungszeit 12 Minuten
Kühlzeit 4 Stunden
Gesamtzeit 4 Stunden 57 Minuten
Portionen: 4 Portionen
Gericht: Dessert
Küche: Italienisch

Zutaten
  

Für die Löffelbiskuit
  • 120 ml Aquafaba (Abtropfflüssigkeit von Kichererbsen)
  • 1 TL Zitronensaft
  • 100 g Erythrit gepudert
  • 1 TL Vanilleextrakt
  • 150 g glutenfreie Mehlmischung selbst gemischt (Rezept im Kasten oben)
  • 30 g Kartoffelstärke
  • ¼ TL Xanthan
  • 2 EL neutrales Pflanzenöl
  • etwas Erythrit gepudert zum Bestäuben
Für die Creme
  • 200 g Cashewkerne über Nacht eingeweicht
  • 400 ml vollfette Kokosmilch über Nacht gekühlt
  • 60 g Erythrit gepudert
  • 1 TL Vanilleextrakt
  • 1 EL Zitronensaft
  • 1 Prise Salz
Für die Kaffeetränke
  • 250 ml starker Kaffee abgekühlt
  • 1–2 EL Rum oder Amaretto (optional, weglassen für alkoholfrei)
Zum Bestäuben
  • 2 EL ungesüßtes Kakaopulver

Zubereitung
 

  1. Aquafaba vorbereiten. Was: Öffne eine Dose Kichererbsen und gieße die Flüssigkeit in eine große, fettfreie Schüssel ab (die Kichererbsen selbst kannst du für ein anderes Rezept aufheben). Wie: Du brauchst genau 120 ml, notfalls mit etwas Wasser auffüllen. Warum: Fett verhindert, dass Aquafaba steif wird, deshalb muss die Schüssel wirklich sauber und fettfrei sein.
  2. Aquafaba aufschlagen. Was: Gib den Zitronensaft zum Aquafaba und schlage beides mit dem Mixer auf höchster Stufe etwa 2 Minuten, bis eine weiße, schaumige Masse entsteht. Wie: Erhöhe dann die Geschwindigkeit weiter und lass den Mixer laufen, bis sich weiche Spitzen bilden. Warum: Die Säure aus dem Zitronensaft stabilisiert das Eiweißprotein im Aquafaba und hilft beim Aufschlagen, genau wie bei echtem Eiweiß.
  3. Erythrit einrieseln lassen. Was: Gib das gepuderte Erythrit nun langsam, esslöffelweise, dazu, während der Mixer weiterläuft. Wie: Das dauert insgesamt etwa 5 Minuten, bis die Masse glänzt und feste, stehende Spitzen bildet, ähnlich wie bei Eischnee für ein Baiser. Warum: Zu schnelles Zugeben lässt die Masse zusammenfallen, außerdem muss das Erythrit wirklich gepudert sein, kristallines Erythrit löst sich nicht vollständig auf und macht die Masse körnig und instabil.
  4. Trockene Zutaten unterheben. Was: Vermische die selbst gemischte glutenfreie Mehlmischung, Kartoffelstärke und Xanthan in einer separaten Schüssel und siebe sie über die aufgeschlagene Aquafaba-Masse. Wie: Hebe alles vorsichtig mit einem Teigschaber von unten nach oben unter, niemals mit dem elektrischen Mixer rühren. Warum: Rühren mit dem Mixer zerstört die Luftblasen, die du gerade mühsam eingeschlagen hast, und die Löffelbiskuit werden flach statt luftig.
  5. Öl unterheben und spritzen. Was: Hebe zum Schluss das Öl und den Vanilleextrakt unter. Wie: Fülle den Teig in einen Spritzbeutel mit großer runder Tülle (oder einen stabilen Gefrierbeutel mit abgeschnittener Ecke) und spritze etwa 8 bis 9 cm lange Finger auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech, mit etwas Abstand zueinander. Warum: Der Teig läuft beim Backen kaum auseinander, deshalb bestimmt die gespritzte Form direkt die spätere Größe.
  6. Backen. Was: Bestäube die Löffelbiskuit leicht mit gepudertem Erythrit und backe sie im vorgeheizten Ofen bei 190°C Ober-/Unterhitze etwa 10 bis 12 Minuten. Wie: Sie sind fertig, wenn die Ränder leicht goldbraun sind, die Mitte aber noch etwas weich wirkt. Warum: Zu lange gebackene Löffelbiskuit werden hart und trocken und nehmen später keine Kaffeetränke mehr auf. Lass sie vollständig auf dem Blech auskühlen, bevor du sie anfasst, sie sind direkt aus dem Ofen noch sehr zerbrechlich.
  7. Creme vorbereiten. Was: Gieße die eingeweichten Cashewkerne ab und püriere sie im Hochleistungsmixer mit 100 ml frischem Wasser, bis eine ganz glatte, cremige Masse ohne Stückchen entsteht. Wie: Das kann je nach Mixer 2 bis 4 Minuten dauern, zwischendurch den Rand herunterschaben. Warum: Nur eine wirklich glatte Cashewcreme ergibt später eine seidige Tiramisu-Creme, kleine Stückchen fallen im fertigen Dessert sofort auf.
  8. Kokoscreme aufschlagen und mischen. Was: Öffne die kalte Kokosmilchdose vorsichtig, ohne sie zu schütteln, und schöpfe nur das feste, weiße Kokosfett von oben ab (das klare Kokoswasser darunter für Smoothies aufheben). Wie: Schlage das feste Kokosfett mit dem Mixer 1 bis 2 Minuten cremig auf, rühre dann Cashewcreme, Erythrit, Vanilleextrakt, Zitronensaft und Salz unter, bis eine homogene, streichfähige Creme entsteht. Warum: Nur das feste Kokosfett gibt Stabilität, zu viel Kokoswasser macht die Creme flüssig und lässt sie später im Tiramisu absacken.
  9. Schichten. Was: Tauche jeden Löffelbiskuit kurz, etwa 1 bis 2 Sekunden pro Seite, in den abgekühlten Kaffee (gemischt mit Rum oder Amaretto, falls gewünscht) und lege eine Schicht davon in eine Auflaufform oder direkt in vier einzelne Gläser. Wie: Streiche eine Schicht Creme darüber, wiederhole mit einer zweiten Schicht Löffelbiskuit und Creme, bis alles aufgebraucht ist, mit einer Cremeschicht abschließend. Warum: Kurzes Eintauchen statt Baden ist der entscheidende Unterschied zwischen einem Tiramisu mit Struktur und einem matschigen Brei.
  10. Kühlen und bestäuben. Was: Decke das Tiramisu ab und stelle es mindestens 4 Stunden, besser über Nacht, in den Kühlschrank. Wie: Erst direkt vor dem Servieren großzügig mit ungesüßtem Kakaopulver durch ein feines Sieb bestäuben. Warum: Die Ruhezeit lässt die Aromen von Kaffee und Creme ineinander ziehen und die Löffelbiskuit gleichmäßig durchfeuchten, das ist der Schritt, den man beim Tiramisu am wenigsten abkürzen sollte.
Löffelbiskuit für ein einfaches Rezept für veganes glutenfreies Tiramisu werden auf dem Blech gebacken

💡 Mein wichtigster Tipp

Tauche die Löffelbiskuit kurz ein, tunke sie nicht darin. Ein bis zwei Sekunden pro Seite reichen völlig, weil selbstgemachte glutenfreie Löffelbiskuit poröser sind als die klassischen mit Weizenmehl und dadurch schneller Flüssigkeit aufnehmen. Wer sie wie gewohnt mehrere Sekunden im Kaffee badet, hat am Ende eine matschige statt eine cremig-schichtige Textur.

🔄 Variationen

Alkoholfrei: Lass Rum oder Amaretto einfach weg oder ersetze ihn durch einen Spritzer Mandel- oder Vanilleextrakt in der Kaffeetränke.

Beeren-Tiramisu: Ersetze den Kaffee durch pürierte, leicht erwärmte Erdbeeren oder Himbeeren für eine fruchtige Sommervariante.

Schoko-Tiramisu: Hebe 2 EL rohes Kakaopulver in die Creme, für eine intensivere, schokoladigere Note.

Typische Probleme beim veganen glutenfreien Tiramisu

Meine Löffelbiskuit sind nach dem Backen zu weich und brechen. Das liegt fast immer daran, dass das Aquafaba nicht steif genug aufgeschlagen wurde. Prüfe vor dem Backen, ob sich beim Herausziehen des Mixers eine feste, stehende Spitze bildet, die nicht mehr umkippt. Ist die Masse noch weich, weiterschlagen, bevor du sie mit den trockenen Zutaten vermischst.

Meine Creme ist zu flüssig und läuft in der Form auseinander. Meistens war die Kokosmilch nicht kalt genug oder du hast versehentlich das flüssige Kokoswasser mit aufgeschlagen. Stelle die Dose mindestens 8 Stunden, besser über Nacht, in den Kühlschrank und öffne sie vorsichtig, ohne sie zu schütteln.

Mein Aquafaba will einfach nicht steif werden. Kontrolliere zuerst, ob deine Schüssel und der Mixerbesen wirklich fettfrei sind, schon ein Spritzer Öl reicht, um das Aufschlagen zu verhindern. Auch zu warmes Aquafaba schlägt schlechter auf, stell es vor dem Verarbeiten kurz kalt.

Mein Tiramisu ist am Ende durchgeweicht statt schichtig. Das passiert fast immer, wenn die Löffelbiskuit zu lange im Kaffee gebadet statt kurz eingetaucht wurden, oder wenn zu wenig Ruhezeit im Kühlschrank eingeplant wurde. Beides lässt sich beim nächsten Versuch leicht korrigieren.

Meine Creme wird beim Aufschlagen nicht dick genug. Prüfe, ob wirklich nur das feste Kokosfett verwendet wurde und keine Reste des flüssigen Kokoswassers mit hineingeraten sind. Stell die fertige Creme notfalls noch einmal 30 Minuten kalt, das feste Kokosfett braucht Kälte, um Struktur zu halten, und wird bei Zimmertemperatur schnell wieder weich.

Meine Löffelbiskuit schmecken nach nichts. Das liegt meistens an zu wenig Vanilleextrakt oder daran, dass die Aquafaba-Masse vor dem Backen nicht ausreichend gewürzt wurde. Ein zweites Mal probieren und ruhig etwas großzügiger mit Vanille umgehen, die Löffelbiskuit selbst dürfen durchaus dezent süß-aromatisch schmecken, denn die Hauptaromen liefern später Kaffee und Creme.

3 Ideen, wie du dein Tiramisu servierst

Im Glas als Einzelportion: Schichte das Tiramisu direkt in kleinen Gläsern statt in einer großen Form, das sieht bei Gästen besonders hübsch aus und jeder bekommt seine eigene Portion, ohne dass geschnitten werden muss.

Nachmittags zum Kaffee: Eine kleine Portion Tiramisu passt hervorragend zum Nachmittagskaffee, gerade weil es durch den Verzicht auf Industriezucker weniger süß und schwer im Magen liegt als das klassische Original.

Für Gäste am Vortag vorbereiten: Tiramisu gehört zu den Desserts, die am Tag danach sogar noch besser schmecken, weil sich die Aromen weiter verbinden. Bereite es also ruhig einen Tag vor deinem Essen zu und bestäube erst kurz vor dem Servieren mit Kakao.

Kaffee für die Tränke schnell kochen, wenn spontan Besuch kommt

Kommt Besuch spontan und die Löffelbiskuit stehen schon fertig gebacken bereit, lässt sich das ganze Dessert innerhalb von etwa 20 Minuten zusammensetzen. Löslicher Espresso in heißem Wasser aufgelöst ist dafür die schnellste Lösung, er muss nur kurz abkühlen, bevor du die Löffelbiskuit eintauchst. Die Creme kannst du parallel mixen, während der Kaffee auskühlt, dann steht das Tiramisu, bevor die Gäste überhaupt an der Tür klingeln, auch wenn eine kurze Kühlzeit vor dem Servieren natürlich trotzdem schöner ist.

📅 Wann passt das am besten?

Tiramisu ist ganzjährig ein Klassiker, aber besonders beliebt in der kalten Jahreszeit und rund um Feiertage, wenn ein cremiges, kaffeeintensives Dessert nach einem herzhaften Essen genau richtig kommt. Auch für Geburtstage oder als Mitbringsel bei Einladungen eignet es sich hervorragend, weil man es gut vorbereiten kann.

Meine Küchenhelfer für dieses Rezept

Für dieses Rezept brauchst du im Grunde nur, was in den meisten Küchen ohnehin schon vorhanden ist: eine Rührschüssel, einen Handmixer und einen kräftigen Standmixer oder Blender für die Cashewcreme. Ein paar Helfer machen die Sache aber spürbar einfacher, gerade wenn du öfter glutenfreie oder vegane Desserts zubereitest. Hier sind die drei, auf die ich selbst nicht mehr verzichten möchte.

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Angeschnittenes einfaches Rezept für veganes glutenfreies Tiramisu mit sichtbaren Schichten aus Löffelbiskuit und Creme

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Häufig gestellte Fragen

Kann ich die Löffelbiskuit am Vortag backen?

Ja, sogar sehr gut. Bewahre sie luftdicht bei Raumtemperatur auf, sie bleiben so 2 bis 3 Tage stabil und lassen sich am Tag der Zubereitung direkt weiterverarbeiten.

Wie kann ich den Kaffee für die Tränke schnell kochen, wenn ich keine Espressomaschine habe?

Löslichen Espressopulver in heißem Wasser auflösen geht am schnellsten und liefert ein völlig ausreichendes Ergebnis. Alternativ funktioniert auch eine Mokkakanne oder French Press, wichtig ist nur, dass der Kaffee kräftig genug ist.

Kann ich das Tiramisu für Kinder ohne Alkohol schnell kochen und zubereiten?

Ja, problemlos. Lass Rum oder Amaretto einfach weg, das Rezept funktioniert genauso gut nur mit Kaffee und lässt sich ohne Extra-Aufwand in derselben Zeit zubereiten.

Was ist der Unterschied zwischen diesem Rezept und klassischem Tiramisu?

Klassisches Tiramisu enthält rohe Eigelbe, Mascarpone und gekaufte Löffelbiskuit aus Weizenmehl. Diese Version ersetzt Ei durch aufgeschlagenes Aquafaba, Mascarpone durch eine Cashew-Kokos-Creme und die Löffelbiskuit werden selbst aus glutenfreiem Mehl gebacken.

Kann ich Erythrit durch normalen Zucker ersetzen?

Ja, wenn Industriezucker für dich kein Thema ist, kannst du gepuderten Zucker im gleichen Verhältnis verwenden. Für die aquafaba-basierten Löffelbiskuit funktioniert auch Kokosblütenzucker meist nicht gut, weil er zu basisch ist und das Aufschlagen stört, gepuderter Zucker ist hier die sicherere Alternative.

Wie lange hält sich das fertige Tiramisu im Kühlschrank?

Gut abgedeckt hält es sich 2 bis 3 Tage im Kühlschrank. Einfrieren empfehle ich nicht, weil die Cashewcreme beim Auftauen ihre cremige Textur verliert und körnig wird.

Kann ich statt Cashewkernen einen anderen Nussersatz verwenden?

Ja, macadamianüsse funktionieren aufgrund ihres hohen Fettanteils fast genauso gut und ergeben eine ähnlich cremige Textur, sind aber deutlich teurer. Mandeln sind eine günstigere Alternative, sollten dafür aber geschält sein und etwas länger eingeweicht werden, damit sich die Haut vollständig löst und die Creme trotzdem glatt wird.

Naima Fee

Ich lebe seit über zehn Jahren in Süditalien und entwickle auf cucinanaima.com einfache Rezepte, die vegan, glutenfrei und ohne Industriezucker sind. Am meisten freue ich mich, wenn meine Rezepte der ganzen Familie schmecken, auch denen, die sonst gar nicht vegan essen.

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