Ich habe Risotto schon immer geliebt. Und hier in Italien gibt es so leckere Steinpilze!
Im Herbst, wenn die Steinpilze wachsen, gibt es hier sogar eigene Pilzfeste. Zum Beispiel die Sagra dei Funghi in Cusano Mutri, bei uns in der Provinz Benevento. Ein ganzes Dorf feiert dann die Pilze.
Aber du musst nicht auf die Pilzsaison warten. Getrocknete Steinpilze bekommst du hier in jedem Supermarkt, und damit kannst du ein mega leckeres Risotto machen. Oder du nimmst einfach gefrorene. Wir haben eigentlich immer Steinpilze im Gefrierfach.
Bei getrockneten Steinpilzen gibt es einen wichtigen Trick: das Einweichwasser. Darin steckt so viel Geschmack. Wenn du es mitverwendest, schmeckt dein Risotto wirklich nach Pilzen und nicht nur ein bisschen. Wie das geht, zeige ich dir hier.
Unten findest du das Rezept für 4 Portionen, vegan, glutenfrei und ohne Industriezucker. Und ganz ohne Butter und Parmesan, trotzdem schön cremig.
Was ist eigentlich ein einfaches Rezept für Risotto ai Funghi?
Risotto stammt aus Norditalien, genauer aus der Poebene rund um die Lombardei und das Piemont, wo seit dem 15. Jahrhundert Reis angebaut wird, begünstigt durch die vielen Flüsse und künstlichen Bewässerungssysteme der Region. Anders als in Süditalien, wo Pasta und Weizen dominieren, ist Reis im Norden traditionell das Grundnahrungsmittel, und Risotto entwickelte sich als Art, ihn cremig statt körnig zuzubereiten, anders als der ursprünglich aus Asien importierte Reis es in seiner Heimat üblicherweise wird. Die Kombination mit Pilzen ist naheliegend: Die waldreichen Voralpen und Mittelgebirge Norditaliens liefern seit jeher Steinpilze, Pfifferlinge und andere Waldpilze, besonders im Herbst, wenn auch der Reis geerntet wird. Risotto ai Funghi ist damit im Grunde ein saisonales Bauerngericht, das zwei regionale Zutaten zur richtigen Jahreszeit zusammenbringt, lange bevor es zum Restaurant-Klassiker wurde.
Sprachlich steckt im Namen bereits die Technik: „Risotto“ ist die Verkleinerungsform von „riso“ (Reis) und bezeichnet wörtlich so etwas wie „kleiner, feiner Reis“, gemeint ist damit aber eigentlich die Zubereitungsart, nicht die Korngröße. Im Unterschied zur spanischen Paella, bei der der Reis größtenteils unbewegt in einer flachen Pfanne gart und am Boden eine knusprige Kruste (Socarrat) bildet, wird Risotto bewusst ständig gerührt, damit die Stärke austritt und sich mit der Flüssigkeit zu einer cremigen Masse verbindet. Diese Technik, die Brühe portionsweise unter ständigem Rühren einzuarbeiten, nennt sich in der italienischen Küche schlicht „risottare“ und ist unabhängig von der Füllung, ob mit Pilzen, Safran oder Gemüse, das eigentliche Herzstück jedes Risottos.
Für ein einfaches Rezept wie dieses ist die Reissorte entscheidend, hier gibt es keine Abkürzung. Normaler Langkornreis oder Milchreis enthält viel zu wenig Amylopektin, die Stärkeform, die beim Rühren austritt und die charakteristische Cremigkeit erzeugt, ohne dass der Reis matschig wird. Die drei klassischen Risottoreis-Sorten sind Arborio (am weitesten verbreitet, rundkörnig, etwas anfälliger fürs Verkochen), Carnaroli (von vielen Köchinnen und Köchen als „König der Risottoreise“ bezeichnet, hält die Bissfestigkeit am zuverlässigsten) und Vialone Nano (kleinkörniger, saugt Flüssigkeit besonders gut auf, traditionell in Venetien verwendet). Für Einsteiger ist Carnaroli die sicherste Wahl, weil er verzeiht, wenn die letzte Brühezugabe mal eine Minute zu lange dauert. Ein Blick auf das Korn hilft beim Erkennen: Guter Risottoreis hat einen kleinen, weißlich-opaken Kern in der Mitte, das sogenannte Perlweiß, umgeben von durchscheinendem Rand. Genau dieser Kern ist es, der beim Kochen für den gewünschten Biss sorgt, während die äußere Schicht ihre Stärke abgibt und die Sauce cremig macht, ein Zusammenspiel, das gewöhnlicher Reis in dieser Form schlicht nicht bietet.
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Qualitätsmerkmale: Achte bei Risottoreis auf die Sortenbezeichnung auf der Packung (Arborio, Carnaroli oder Vialone Nano), nicht nur auf „Risotto-Reis“ als Marketingbegriff, manche Mischungen enthalten deutlich weniger geeignete Sorten. Bei getrockneten Steinpilzen sollten die Stücke groß, gleichmäßig hellbraun und nicht bröselig-staubig sein, stark zerbröselte Ware hat oft weniger Aroma. Frische Pilze erkennst du an trockener, fester Oberfläche ohne schmierige oder dunkle Stellen, gute Champignons riechen mild-erdig, nicht nach Ammoniak.
Herkunft: Echter italienischer Risottoreis aus dem Piemont oder der Lombardei (oft mit IGP-Kennzeichnung) bietet verlässliche Qualität. Getrocknete Steinpilze aus Osteuropa oder Italien sind meist aromatischer als Importware aus Übersee.
Preisrange: Guter Risottoreis kostet zwischen 3 und 6 Euro pro Kilo, getrocknete Steinpilze bewegen sich je nach Qualität zwischen 4 und 8 Euro für 20 bis 30 Gramm, das wirkt teuer, reicht aber für ein ganzes Rezept, weil schon kleine Mengen enormes Aroma liefern.
📥 Newsletter: Warum italienische Pasta cremig wird und deine nicht
Die Cremigkeit bei Risotto entsteht anders als bei Pasta, aber das Prinzip dahinter, wie Stärke und Flüssigkeit zusammenarbeiten, ist verwandt. Wenn dich interessiert, wie du auch deine Pasta ganz ohne Sahne oder Ersatzprodukte seidig-cremig bekommst, zeige ich dir die Technik dafür in meinem kostenlosen Guide.
📦 Lagerung & Haltbarkeit
Getrocknete Steinpilze halten sich luftdicht und dunkel gelagert problemlos 1 bis 2 Jahre. Frische Pilze bewahrst du am besten unverpackt oder in Papier (nicht in Plastik, das fördert Schwitzen und Schimmel) im Kühlschrank auf und verbrauchst sie innerhalb von 3 bis 4 Tagen. Fertiges Risotto schmeckt frisch am besten, hält sich aber abgedeckt im Kühlschrank noch 2 Tage; da Risotto beim Erwärmen leicht klebrig wird, gib beim Aufwärmen in der Pfanne einen Schuss Wasser oder Brühe dazu und erhitze es vollständig durch. Zum Einfrieren eignet es sich nur bedingt, die cremige Textur leidet spürbar beim Auftauen, deshalb lieber frisch in der richtigen Menge kochen.
Verwendung in der Küche: das einfache Rezept für Risotto ai Funghi Schritt für Schritt
Zur Ernährungsform vorab: Dieses Rezept ist komplett vegan, es ersetzt die traditionelle Butter und den Parmesan der Mantecatura durch Olivenöl und etwas helles Mandelmus. Achte beim Weißwein darauf, einen als vegan gekennzeichneten zu wählen, manche Weine werden mit tierischer Gelatine oder Eiklar geschönt, was auf dem Etikett nicht immer offensichtlich ist. Glutenfrei ist Risotto von Natur aus, die einzige Gefahrenquelle sind fertige Brühwürfel oder Instant-Brühe, die häufig Weizenstärke oder Malzextrakt als Trägerstoff enthalten, prüfe daher die Zutatenliste oder koche die Brühe selbst. Industriezucker kommt in diesem Rezept nirgends vor, die leichte natürliche Süße entsteht allein durch die geschmorten Zwiebeln und die konzentrierten Pilzaromen.
Ein wichtiger Sicherheitshinweis, bevor es an die Zubereitung geht: Dieses Rezept ist ausschließlich für gekaufte Zuchtpilze und geprüfte, im Handel erhältliche getrocknete Steinpilze gedacht. Wild gesammelte Pilze solltest du niemals allein anhand von Fotos oder Internet-Beschreibungen bestimmen, Verwechslungen mit giftigen Doppelgängern können schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben. Lass frisch gesammelte Wildpilze im Zweifel immer von einer Pilzsachverständigen oder einem Pilzsachverständigen vor Ort prüfen, bevor du sie isst, das gilt unabhängig davon, wie sicher du dir selbst zu sein glaubst.
Alle Zutaten für ein einfaches Rezept mit doppeltem Pilzaroma — Eigene Rezeptfotos

Risotto ai Funghi
Zutaten
Zubereitung
- Steinpilze einweichen. Was: Die getrockneten Steinpilze in eine Schüssel geben und mit 500 ml warmem (nicht kochendem) Wasser übergießen, mindestens 30 Minuten, besser 1 Stunde ziehen lassen. Wie: Danach die Pilze mit einer Schaumkelle herausheben, grob hacken, das Einweichwasser durch einen Kaffeefilter oder ein sehr feines Sieb in eine separate Schüssel gießen, um Sand und Erdreste zurückzuhalten. Warum: Getrocknete Waldpilze können feinen Sand und, selten, Sporen mit unerwünschten Keimen enthalten, das Filtern ist daher kein optionaler Feinschliff, sondern wichtig für ein sauberes, sandfreies Ergebnis. Das gefilterte Pilzwasser später vollständig aufkochen, bevor du es verwendest, das sorgt zusätzlich für Sicherheit.
- Frische Pilze vorbereiten und anbraten. Was: Frische Champignons mit einer Pilzbürste oder einem feuchten Küchentuch säubern, nicht unter fließendem Wasser waschen, in Scheiben schneiden. Wie: In einer weiten Pfanne 2 EL Olivenöl stark erhitzen, die Pilze darin bei hoher Hitze 4 bis 5 Minuten scharf anbraten, bis sie goldbraun sind, dabei nicht zu oft wenden. Beiseitestellen. Warum: Gewaschene Pilze saugen sich mit Wasser voll und dünsten in der Pfanne statt zu bräunen, dann bleiben die gewünschten Röstaromen aus. Separates Anbraten sorgt für Textur und Farbe, die beim direkten Mitkochen im Risotto verloren gingen.
- Soffritto ansetzen. Was: In einem breiten, flachen Topf oder einer Schmorpfanne die restlichen 3 EL Olivenöl erhitzen, Zwiebel und Knoblauch darin 4 bis 5 Minuten glasig dünsten. Wie: Bei mittlerer Hitze, regelmäßig rühren, keine Farbe annehmen lassen. Warum: Eine breite Pfanne bietet mehr Verdunstungsfläche als ein hoher Topf, dadurch verdampft die Flüssigkeit beim späteren Köcheln gleichmäßiger und das Risotto wird nicht ungewollt breiig.
- Reis anrösten (Tostatura). Was: Den Risottoreis trocken zur Zwiebel geben, 2 Minuten unter ständigem Rühren mitrösten, bis die Körner glasig-transparent wirken und am Rand leicht anfangen zu klappern. Wie: Ohne Flüssigkeit, nur im heißen Öl. Warum: Dieser Schritt versiegelt die äußere Stärkeschicht der Reiskörner, das ist der Grund, warum gutes Risotto am Ende cremig, aber nicht matschig wird. Überspringst du die Tostatura, verkocht der Reis später schneller und ungleichmäßiger.
- Mit Wein ablöschen. Was: Den Weißwein zum Reis gießen und unter Rühren komplett verkochen lassen, bis keine Flüssigkeit mehr sichtbar ist. Wie: Das dauert etwa 2 Minuten bei mittlerer Hitze. Warum: Der Alkohol verkocht vollständig, übrig bleibt nur die Säure und das Aroma, die dem Risotto später Frische und Tiefe geben, ohne dass es alkoholisch schmeckt. Wer ganz auf Wein verzichten möchte, etwa in der Schwangerschaft oder für Kinder, ersetzt ihn 1:1 durch etwas zusätzliches Pilzwasser mit einem Spritzer Zitronensaft, das liefert eine ähnliche Säurenote, wenn auch ohne die feine Weinaromatik.
- Pilzwasser und Brühe kellenweise zugeben. Was: Zuerst eine Kelle vom aufgekochten, gefilterten Pilzwasser zum Reis geben, unter Rühren köcheln lassen, bis die Flüssigkeit größtenteils aufgesogen ist, dann die nächste Kelle nachgießen. Wie: So fortfahren, abwechselnd mit dem restlichen Pilzwasser und der heißen Gemüsebrühe, insgesamt etwa 18 Minuten lang, ständig rühren, die Hitze bei mittlerer Stufe halten. Warum: Kellenweises Zugeben statt alles auf einmal zwingt die Stärke, sich langsam und gleichmäßig zu lösen, das ständige Rühren unterstützt diesen Prozess zusätzlich mechanisch, genau das erzeugt die berühmte Cremigkeit ohne Sahne. Das Pilzwasser trägst du dabei bewusst zuerst ein, weil sein konzentriertes Aroma sich so am tiefsten in jedes Reiskorn einarbeitet.
- Pilze unterrühren. Was: Nach etwa 12 Minuten Kochzeit die angebratenen frischen Pilze und die gehackten, eingeweichten Steinpilze unter das Risotto rühren. Wie: Weiterhin kellenweise Flüssigkeit nachgießen, bis der Reis nach insgesamt 16 bis 18 Minuten bissfest, aber nicht mehr hart im Kern ist (probieren ist hier zuverlässiger als die Uhr). Warum: Zu früh zugegeben, verlieren die scharf angebratenen Pilze ihre Textur wieder, zu spät zugegeben, haben sie keine Zeit, ihr Aroma an das Risotto abzugeben.
- Mantecare: cremig ausarbeiten. Was: Den Topf vom Herd nehmen, 2 EL kaltes Olivenöl und das Mandelmus unterrühren, kräftig und zügig, bis die Masse glänzt und beim Kippen der Pfanne in einer leichten Welle nachfließt ("all'onda"). Wie: Anschließend den Deckel auflegen und 2 Minuten ruhen lassen, bevor du servierst. Warum: Das Einrühren fernab der Hitze verhindert, dass sich das Öl absetzt oder das Mandelmus klumpt, die kurze Ruhezeit lässt den Reis die letzte Flüssigkeit gleichmäßig aufnehmen, dann ist die Konsistenz am Teller perfekt statt sofort wieder fest zu werden.
- Abschmecken und servieren. Was: Mit Salz und reichlich frisch gemahlenem Pfeffer abschmecken, mit gehackter Petersilie bestreuen und sofort servieren. Wie: Risotto wartet nicht gern, serviere es, sobald es fertig ist. Warum: Risotto verliert außerhalb des Topfes schnell an Temperatur und Cremigkeit, je länger es steht, desto fester wird es, frisch vom Herd auf den Teller ist hier keine Floskel, sondern Teil des Gelingens.
Zwei Fragen tauchen in Kochforen zu diesem Rezept besonders häufig auf. „Mein Risotto wird immer zu trocken“ liegt fast immer daran, dass zu wenig Flüssigkeit auf einmal oder zu selten nachgegossen wurde, die Faustregel lautet: Sobald der Topfboden zwischen den Reiskörnern sichtbar wird, ist es Zeit für die nächste Kelle, warte nicht, bis wirklich alles verdampft ist. „Mein Risotto ist eher wie Reisbrei als cremig-bissfest“ deutet meist auf zu starke Hitze oder zu häufiges, zu kräftiges Rühren hin, wodurch der Reis von außen zu schnell weich wird, während innen noch Flüssigkeit fehlt, hier hilft, die Hitze eine Stufe zu reduzieren und dem Reis zwischen den Rührbewegungen etwas mehr Ruhe zu lassen.
💡 Mein wichtigster Tipp
Wirf das Einweichwasser der Steinpilze niemals weg, das ist der eigentliche Trick dieses Rezepts. Die meisten Rezepte verwenden getrocknete Steinpilze nur als zusätzliche Einlage und kochen mit reiner Gemüsebrühe, dabei steckt im gefilterten Pilzwasser ein enormer, konzentrierter Umami-Geschmack, den keine Brühe der Welt ersetzen kann. Wer das Pilzwasser bewusst als erste Flüssigkeit einsetzt, statt es zu verwerfen, bekommt ein Risotto, das deutlich intensiver nach Pilzen schmeckt, ganz ohne mehr Pilze zu verwenden.
🔄 Variationen
Mit Kräuterseitlingen: Ersetze die Hälfte der frischen Champignons durch in dicke Scheiben geschnittene Kräuterseitlinge, für mehr Biss und ein fleischigeres Mundgefühl.
Mit Trüffelöl: Ein paar Tropfen echtes Trüffelöl kurz vor dem Servieren darüberträufeln, das unterstreicht die erdigen Pilzaromen zusätzlich.
Ofen-Risotto: Nach Schritt 5 den Reis mit der gesamten heißen Flüssigkeit auf einmal in eine Auflaufform geben, abdecken und bei 180°C etwa 18 Minuten im Ofen garen, für eine entspanntere Variante ohne Dauerrühren.
Risotto ai Funghi schnell kochen: die Kurzform für Wochentage
Für einen Alltags-Sugo, bei dem es schnell gehen muss, lässt sich die Einweichzeit der Steinpilze auf 15 Minuten in heißem statt lauwarmem Wasser verkürzen, das extrahiert das Aroma schneller, wenn auch nicht ganz so vollständig wie beim längeren, sanfteren Einweichen. Verzichtest du zusätzlich auf die separat angebratenen frischen Pilze und rührst stattdessen kleingeschnittene Champignons direkt zusammen mit den Steinpilzen unter, sparst du einen ganzen Arbeitsschritt und bist von der ersten Kelle Brühe bis zum fertigen Teller in etwa 25 Minuten durch. Die Textur bleibt trotzdem cremig, du verzichtest nur auf die zusätzliche Röststufe der scharf angebratenen Pilze.
3 Rezept-Empfehlungen mit deinem Risotto ai Funghi
Das Grundrezept steht für sich allein, lässt sich aber auch wunderbar weiterverarbeiten oder als Basis für andere Gerichte verwenden. Gerade weil ein Risotto für 4 Portionen erfahrungsgemäß öfter zu viel als zu wenig ergibt, lohnt es sich, von vornherein zu wissen, wohin mit dem Rest, statt ihn einfach im Kühlschrank zu vergessen. Hier drei Wege, wie ich übrig gebliebenes oder frisch gekochtes Risotto ai Funghi gerne weiterverwende.
Risotto-Reste schnell kochen: Arancini aus der Pfanne
Übrig gebliebenes, ausgekühltes Risotto zu kleinen Bällchen formen, in glutenfreiem Paniermehl wälzen und in reichlich Olivenöl rundherum goldbraun braten, bis eine knusprige Kruste entsteht und der Kern innen wieder cremig wird. In etwa 10 Minuten lässt sich so kaltes Risotto schnell kochen und in ein völlig neues Gericht verwandeln, klassisch als Arancini bekannt, obwohl die Originalversion meist mit Käsefüllung und in Eiweiß gewendet wird, diese vereinfachte, vegane Pfannenvariante braucht keins von beidem.
2. Als Füllung für Ofengemüse: Halbierte, ausgehöhlte Zucchini oder Paprikaschoten mit dem fertigen Risotto füllen, mit etwas Olivenöl beträufeln und bei 200°C 20 Minuten überbacken, bis das Gemüse weich ist und die Oberfläche leicht Farbe annimmt. Eine elegante Art, aus einer kleineren Menge Risotto ein vollwertiges Hauptgericht für mehr Personen zu machen.
3. Als Risotto-Suppe zum Verlängern: Restliches, bereits abgekühltes und wieder festes Risotto mit etwas zusätzlicher heißer Gemüsebrühe und einem Schuss Pilzwasser (falls noch vorhanden) auf dem Herd auflösen, bis eine sämige, suppenartige Konsistenz entsteht. Praktisch, wenn eine ursprünglich für 4 Portionen gedachte Menge auf mehr Esser gestreckt werden soll, ohne dass es nach Resteessen schmeckt.
📅 Saisonalität
Frische Waldpilze wie Steinpilze, Pfifferlinge oder Maronenröhrlinge haben in Mitteleuropa ihre Hauptsaison von September bis November, dann lohnt sich der Griff zu frischer Ware besonders. Außerhalb dieser Monate greifst du am besten zu Zuchtchampignons kombiniert mit getrockneten Steinpilzen, die das ganze Jahr über gleichbleibende Qualität liefern und genau deshalb in diesem Rezept ohnehin eine tragende Rolle spielen. Auch Risottoreis selbst wird typischerweise im Herbst geerntet, frisch geernteter Reis (oft als „Reis der neuen Ernte“ gekennzeichnet) hat eine noch etwas höhere Stärkequalität als älterer Lagerreis. In den Sommermonaten lässt sich das Rezept übrigens genauso gut mit Kräuterseitlingen oder Steinchampignons kochen, die ganzjährig verfügbar sind, kombiniert mit dem aromagebenden Pilzwasser schmeckt es dann kaum weniger intensiv als die reine Herbstversion.
Schmorpfanne aus Edelstahl
Seit ich Risotto in einer breiten, flachen Schmorpfanne statt im hohen Topf koche, wird die Konsistenz spürbar gleichmäßiger, weil mehr Oberfläche mit der Flüssigkeit in Kontakt kommt und diese schneller verdunstet. Edelstahl verteilt die Hitze gut und lässt sich nach dem leicht ansetzenden Reis problemlos reinigen. Ehrlich gesagt: Für kleinere Portionen ist sie fast zu groß, bei 2 Portionen brät sich der Reis am Rand schneller trocken als in einem engeren Topf.
Getrocknete Steinpilze
Das ist die Zutat, auf die dieser ganze Artikel eigentlich hinausläuft. Gute getrocknete Steinpilze in großen, gleichmäßigen Stücken liefern ein Pilzwasser mit enormer Tiefe und lassen sich das ganze Jahr über vorrätig halten, unabhängig von Saison oder Frischware im Supermarkt. Der einzige Nachteil: Bei günstigeren Marken sind oft mehr kleine Krümel und Bruchstücke in der Packung, die weniger Aroma abgeben als ganze Stücke, hier lohnt sich der Griff zur etwas teureren Variante wirklich. Interessant ist übrigens, warum getrocknete Pilze überhaupt so viel intensiver schmecken als frische: Beim Trocknen konzentrieren sich nicht nur die Aromastoffe durch den Wasserentzug, es entstehen zusätzlich neue Geschmacksverbindungen, insbesondere freie Glutaminsäure, die für den herzhaften Umami-Geschmack verantwortlich ist. Das ist derselbe Effekt, der auch getrocknete Tomaten oder gereiften Käse so intensiv schmecken lässt, bei Steinpilzen ist er aber besonders ausgeprägt.
Risottoreis Bio
Ein guter Bio-Risottoreis, idealerweise Carnaroli, macht beim Ergebnis tatsächlich einen spürbaren Unterschied, die Körner bleiben länger bissfest, während sie außen schon cremig werden. Für den ungeübten Blick sehen viele Reissorten im Regal ähnlich aus, hier lohnt sich der Blick auf die Sortenbezeichnung mehr als auf die Marke. Einziger Nachteil: Bio-Risottoreis kostet spürbar mehr als konventionelle Ware, bei einem Gericht mit so wenigen Zutaten ist mir das den Aufpreis aber wert.
📥 Mehr wie dieses: Warum italienische Pasta cremig wird und deine nicht
Du hast jetzt das einfache Rezept für ein Risotto, das wirklich nach Pilzen schmeckt. Wenn dich interessiert, wie sich dasselbe Cremigkeits-Prinzip auch auf Pasta übertragen lässt, ganz ohne Sahne oder Ersatzprodukte, findest du die Technik dafür in meinem kostenlosen Guide.
Häufig gestellte Fragen
Wo kaufe ich Risottoreis und Steinpilze in guter Qualität?
Italienische Feinkostläden und gute Bio-Supermärkte führen meist verlässliche Ware mit klarer Sortenbezeichnung. Online lohnt sich der Blick auf Herkunftsangaben und Kundenbewertungen, besonders bei getrockneten Steinpilzen schwankt die Qualität zwischen Anbietern spürbar.
Kann ich Risotto ai Funghi einfrieren?
Technisch möglich, aber nicht empfehlenswert. Die cremige Textur leidet beim Einfrieren und Auftauen deutlich, der Reis wird beim Wiedererwärmen oft körnig statt samtig. Besser ist es, die passende Menge frisch zu kochen oder Reste innerhalb von 2 Tagen im Kühlschrank aufzubrauchen.
Was ist der Unterschied zwischen Arborio und Carnaroli?
Arborio ist günstiger, weiter verbreitet und rundkörniger, neigt aber schneller zum Verkochen. Carnaroli hat ein längliches Korn, mehr Amylopektin und bleibt auch bei etwas längerer Kochzeit noch bissfest, deshalb gilt er unter erfahrenen Köchinnen und Köchen als die zuverlässigere Wahl.
Kann ich Risotto ai Funghi auch schnell kochen, wenn ich wenig Zeit habe?
Ja, mit der Kurzform weiter oben im Artikel lässt sich die Zubereitung auf etwa 25 Minuten verkürzen, indem du die Steinpilze in heißerem Wasser kürzer einweichst und auf das separate Anbraten frischer Pilze verzichtest. Die Cremigkeit bleibt erhalten, nur die zusätzliche Röststufe entfällt.
Wie kann ich übrig gebliebenes Risotto am nächsten Tag schnell kochen und servieren?
Am schnellsten gelingt das als Arancini aus der Pfanne, siehe die Rezeptempfehlung weiter oben, in etwa 10 Minuten hast du daraus ein neues, knuspriges Gericht. Alternativ einfach mit etwas Brühe in der Pfanne auflösen und als cremige Suppe servieren.
Ist Risotto ai Funghi für Menschen mit Histaminintoleranz geeignet?
Getrocknete und lange gereifte Pilze können in größeren Mengen Histamin enthalten und bei entsprechender Empfindlichkeit Beschwerden auslösen. Wer betroffen ist, sollte Menge und Verträglichkeit vorsichtig austesten oder Rücksprache mit einer Ernährungsfachkraft halten, statt sich allein auf dieses Rezept zu verlassen.
Ich lebe seit über zehn Jahren in Süditalien und entwickle auf cucinanaima.com einfache Rezepte, die vegan, glutenfrei und ohne Industriezucker sind. Am meisten freue ich mich, wenn meine Rezepte der ganzen Familie schmecken, auch denen, die sonst gar nicht vegan essen.










