Cremige Pasta mit Wirsing und weißen Bohnen, vegan und glutenfrei, im Teller

Pasta mit Wirsing und weißen Bohnen: cremig ohne Sahne, wie in Italien

Wenn es draußen kalt wird, kommt bei uns in Italien Wirsing auf den Tisch. Und eines der einfachsten Gerichte damit ist Pasta mit Wirsing und weißen Bohnen. Ein paar Zwiebeln, Knoblauch, Wirsing, kleine Tomaten, Bohnen und Pasta. Mehr braucht es nicht.

Das Besondere: Die Sauce wird richtig cremig, ganz ohne Sahne und ohne Ersatzprodukte. Das Geheimnis ist das Nudelwasser und ein kleiner Trick mit den Bohnen. Genau so kochen es die Italiener zu Hause, und genau so zeige ich es dir hier.

Cremige Pasta mit Wirsing und weißen Bohnen, vegan und glutenfrei, im Teller
Cremig ohne Sahne: Pasta mit Wirsing und weißen Bohnen
⏱️ Zeitca. 35 Minuten
👥 Menge4 Portionen
📊 SchwierigkeitEinfach
🌱 ErnährungsformVegan, glutenfrei, ohne Industriezucker

Was diese Pasta so besonders macht

  • Cremig ohne Sahne: Die Cremigkeit kommt nur aus dem Nudelwasser, gemixten Bohnen und Olivenöl.
  • Echte italienische Alltagsküche: Keine Ersatzprodukte, nur einfache Zutaten, die es überall gibt.
  • Viele Ballaststoffe: Wirsing und weiße Bohnen bringen jede Menge Ballaststoffe mit und machen lange satt.
  • Günstig: Wirsing und Bohnen kosten wenig. Ein ganzes Essen für die Familie für ein paar Euro.
  • Vegan und glutenfrei: Mit glutenfreier Pasta ist das Gericht für alle geeignet.

Wirsing in der italienischen Küche

Wirsing heißt auf Italienisch cavolo verza oder einfach verza. Er gehört zur cucina povera, der einfachen Küche der Bauern, die aus wenigen Zutaten viel Geschmack macht. In vielen Regionen Italiens kommt er im Herbst und Winter in Suppen, Eintöpfe und Pastagerichte. Ein bekanntes Beispiel sind die Pizzoccheri aus dem Veltlin in der Lombardei, Buchweizennudeln mit Wirsing und Kartoffeln.

Pasta mit Wirsing und Bohnen ist dagegen ein typisches Essen für jeden Tag. Jede Familie macht es ein bisschen anders. Das Prinzip ist aber immer gleich: Gemüse in der Pfanne, Pasta im Topf daneben, und am Ende kommt alles mit dem Nudelwasser zusammen.

Übrigens ist Kohl gerade auch international wieder total im Trend. Auf Pinterest wird nach Kohl-Rezepten so viel gesucht wie lange nicht. Für die Italiener ist das nichts Neues. Hier war Wirsing nie weg.

Warum die Italiener immer Nudelwasser in die Sauce geben

Das ist der wichtigste Punkt in diesem Rezept. Wenn Pasta kocht, gibt sie Stärke ins Wasser ab. Deshalb wird das Wasser trüb. Diese Stärke ist Gold wert. Gibst du das Nudelwasser in die Pfanne, verbindet die Stärke das Öl und die Flüssigkeit zu einer cremigen Sauce. Ohne Nudelwasser bleibt alles wässrig, oder das Öl schwimmt oben.

Darum schütten Italiener das Nudelwasser nie einfach weg. Bevor die Pasta abgegossen wird, schöpft man ein paar Kellen ab und stellt sie zur Seite. Bei diesem Rezept kommt das Nudelwasser sogar immer wieder nach und nach in die Pfanne, zum Wirsing und zu den Bohnen.

💡 Gut zu wissen: Das Nudelwasser ist schon gesalzen. Salze die Sauce deshalb erst ganz am Ende und probiere vorher.

Der Trick für die cremige Sauce: einen Teil der Bohnen mixen

Für die richtig cremige Konsistenz nimmst du etwa ein Drittel, oder ein bisschen weniger, von Wirsing und Bohnen aus der Pfanne. Das mixt du mit etwas Nudelwasser glatt und gibst es wieder zurück. Die gemixten Bohnen machen die Sauce sämig, die ganzen Bohnen und der Wirsing sorgen für Biss. So brauchst du keine Sahne und keinen veganen Käse.

Mantecare: schwenken statt rühren

Zum Schluss kommt die Pasta in die Pfanne und noch ein Schuss gutes Olivenöl dazu. Jetzt wird aber nicht umgerührt, sondern die Pfanne geschwenkt. In Italien nennt man das mantecare. Durch die Bewegung verbinden sich Öl, Stärke und Sauce zu einer glänzenden, cremigen Schicht um jede Nudel. Beim Rühren mit dem Löffel klappt das nicht so gut, und die Pasta kann zerbrechen.

Wirsing mit kleinen Tomaten in der Pfanne andünsten
Wirsing und kleine Tomaten in der Pfanne
Weiße Bohnen werden zum Wirsing in die Pfanne gegeben
Zum Schluss kommen die weißen Bohnen dazu

Rezept: Pasta mit Wirsing und weißen Bohnen

Cremige Pasta mit Wirsing und weißen Bohnen, vegan und glutenfrei, im Teller

Pasta mit Wirsing und weißen Bohnen

Cremige Pasta mit Wirsing und weißen Bohnen wie in Italien: mit Nudelwasser, gemixten Bohnen und am Ende geschwenkt statt gerührt. Vegan, glutenfrei und ganz ohne Sahne.
Vorbereitungszeit 10 Minuten
Zubereitungszeit 25 Minuten
Gesamtzeit 35 Minuten
Portionen: 4 Portionen
Gericht: Hauptgericht
Küche: Italienisch

Zutaten
  

  • 350 g kurze glutenfreie Pasta z. B. Mezze Maniche oder Rigatoni
  • ½ Wirsing ca. 500 g
  • 1 Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • 200 g Kirschtomaten
  • 480 g gekochte weiße Bohnen (Cannellini) abgetropft, z. B. 2 Gläser, oder ca. 200 g getrocknete Bohnen, über Nacht eingeweicht und gekocht
  • 4 EL Olivenöl extra vergine 2 EL zum Anbraten, 2 EL zum Schwenken
  • Salz und Pfeffer
  • 300–400 ml Nudelwasser vom Kochen der Pasta

Zubereitung
 

  1. Wirsing vorbereiten: Den Strunk herausschneiden und den Wirsing in feine Streifen schneiden. In Salzwasser etwa 5 Minuten vorkochen und abgießen. Du kannst ihn auch roh verwenden, dann braucht er in der Pfanne länger und etwas mehr Wasser.
  2. Zwiebel und Knoblauch anbraten: Beides fein hacken und in einer großen Pfanne in 2 EL Olivenöl glasig anbraten.
  3. Wirsing mitbraten: Den Wirsing dazugeben und unter Rühren einige Minuten mitbraten.
  4. Pasta kochen: In einem Topf daneben die Pasta in Salzwasser kochen. Immer wieder eine Kelle Nudelwasser in die Pfanne zum Wirsing geben.
  5. Tomaten dazugeben: Die Kirschtomaten halbieren, in die Pfanne geben und schmoren lassen, bis sie schön weich sind.
  6. Bohnen dazugeben: Die Bohnen abspülen, zum Schluss in die Pfanne geben und noch etwas Nudelwasser dazugeben.
  7. Einen Teil mixen: Etwa ein Drittel oder etwas weniger von Wirsing und Bohnen herausnehmen, mit etwas Nudelwasser glatt mixen und zurück in die Pfanne geben. So wird die Sauce cremig.
  8. Pasta dazugeben: Vor dem Abgießen noch ein paar Kellen Nudelwasser abschöpfen. Die Pasta al dente abgießen, in die Pfanne geben und mit etwas Nudelwasser verbinden.
  9. Schwenken (mantecare): Die Pfanne vom Herd nehmen, 2 EL Olivenöl dazugeben und die Pfanne schwenken statt umzurühren, bis alles cremig glänzt. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und sofort servieren.

Tipps

Das Nudelwasser ist schon gesalzen, also erst am Ende salzen. Nudelwasser nie ganz wegschütten, bevor die Sauce fertig ist.

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  • Braun Stabmixer*: Damit mixt du einen Teil der Bohnen direkt in der Pfanne oder im Becher. So wird die Sauce cremig.
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  • Italienisches Olivenöl extra vergine*: Für das Anbraten und vor allem für das Schwenken am Schluss. Hier schmeckt man gutes Öl wirklich.
Stärkehaltiges Nudelwasser wird mit der Kelle aus dem Topf geschöpft
Das Nudelwasser mit der Kelle abschöpfen
Nudelwasser wird zu Wirsing und weißen Bohnen in die Pfanne gegeben
Immer wieder Nudelwasser dazugeben
Gemixte Bohnen werden für eine cremige Sauce zurück in die Pfanne gegossen
Der gemixte Teil kommt zurück in die Pfanne
Pasta mit Wirsing und weißen Bohnen im Teller
Fertig zum Essen

💡 Mein Tipp: Gieß die Pasta nicht ab, bevor du genug Nudelwasser abgeschöpft hast. Lieber eine Kelle zu viel zur Seite stellen. Was übrig bleibt, kannst du immer noch weggießen.

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Varianten

  • Mit rohem Wirsing: Du kannst den Wirsing auch roh in Streifen in die Pfanne geben. Dann brauchst du etwas mehr Wasser und er muss länger schmoren, bis er weich ist.
  • Mit Kichererbsen: Statt weißer Bohnen schmecken auch Kichererbsen.
  • Etwas Schärfe: Eine Prise Chiliflocken beim Anbraten von Zwiebel und Knoblauch.
  • Mit Zitrone: Ein bisschen Zitronenabrieb am Ende macht das Gericht frischer.

So bewahrst du die Pasta auf

Reste halten sich abgedeckt im Kühlschrank 1 bis 2 Tage. Die Pasta zieht beim Stehen viel Flüssigkeit. Gib beim Aufwärmen in der Pfanne deshalb einen Schluck Wasser dazu und schwenke sie kurz, dann wird sie wieder cremig.

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Häufige Fragen

Warum gibt man Nudelwasser in die Sauce?

Im Nudelwasser ist Stärke aus der Pasta. Diese Stärke verbindet Öl und Flüssigkeit zu einer cremigen Sauce und sorgt dafür, dass die Sauce an der Pasta haftet. Deshalb schütten Italiener das Nudelwasser nie einfach weg.

Muss ich den Wirsing vorher kochen?

Nein, du kannst ihn auch roh in Streifen in die Pfanne geben. Ich koche ihn gern vorher kurz, dann geht es in der Pfanne schneller und er wird schön weich. Roh brauchst du etwas mehr Wasser und Zeit.

Was bedeutet mantecare?

Mantecare ist ein italienischer Kochbegriff. Er bedeutet, dass man die Pasta am Schluss mit etwas Fett, hier Olivenöl, und der Sauce in der Pfanne schwenkt, bis alles cremig verbunden ist. Man rührt dabei nicht, sondern bewegt die Pfanne.

Welche Bohnen eignen sich?

Am besten weiße Bohnen wie Cannellini aus dem Glas. Sie sind weich und cremig. Du kannst auch getrocknete Bohnen über Nacht einweichen und selbst kochen.

Welche glutenfreie Pasta nehme ich am besten?

Kurze Pasta wie Mezze Maniche, Rigatoni oder Penne passt am besten, weil sich die Sauce darin fängt. Glutenfreie Pasta aus Mais und Reis oder aus Hülsenfrüchten funktioniert gut.

Fazit

Pasta mit Wirsing und weißen Bohnen zeigt, wie einfach italienische Küche ist. Wenige Zutaten, ein bisschen Nudelwasser und richtig schwenken, und schon hast du eine cremige Pasta ohne Sahne. Probier es aus und schreib mir gern in die Kommentare, wie es dir geschmeckt hat.

Naima Fee

Ich lebe seit über zehn Jahren in Süditalien und entwickle auf cucinanaima.com einfache Rezepte, die vegan, glutenfrei und ohne Industriezucker sind. Am meisten freue ich mich, wenn meine Rezepte der ganzen Familie schmecken, auch denen, die sonst gar nicht vegan essen.

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