Früher habe ich Tomatensauce so gemacht, wie ich es von meinem Papa kannte: mit Tomatenmark, Sahne und Möhren. Für jeden Italiener hier ist das eine Sünde.
Hier in Italien habe ich gelernt, wie einfach eine richtig leckere Tomatensauce eigentlich ist. Gezeigt hat es mir die Oma von meinem Mann. Gute Tomaten, Olivenöl, Knoblauch, Basilikum und Zeit. Keine Sahne, kein Zucker, keine Tricks.
Ein Sugo al Pomodoro ist in Italien die Basis für so vieles: für Pasta, Pizza, Parmigiana und viele andere Gerichte. Deshalb lohnt es sich, ihn richtig gut zu können.
In diesem Beitrag zeige ich dir, welche Tomaten sich lohnen, wie du gute Qualität erkennst und wie die Sauce ganz ohne Zucker schön rund und mild schmeckt. Unten findest du das Grundrezept für 4 Portionen, vegan, glutenfrei und ohne Industriezucker.
Was ist eigentlich ein einfaches Rezept für Sugo al Pomodoro?
Sugo al Pomodoro klingt nach uralter italienischer Tradition, ist aber, historisch betrachtet, ein vergleichsweise junges Gericht. Tomaten kamen erst im 16. Jahrhundert mit den spanischen Seefahrern aus Mittelamerika nach Europa. In Italien wurden sie zunächst misstrauisch beäugt, denn als Nachtschattengewächs galten sie lange als giftig oder zumindest verdächtig, und man pflanzte sie eher als Zierpflanze denn als Lebensmittel. Erst ab dem 18. Jahrhundert fanden Tomaten wirklich den Weg in die Töpfe, zuerst im Süden, besonders rund um Neapel, wo Klima und Boden ideal für den Anbau sind. Die Verbindung von Pasta und Tomatensauce, die heute für viele der Inbegriff italienischer Küche ist, etablierte sich sogar erst im 19. Jahrhundert richtig, als günstige Trockenpasta und Tomaten gleichzeitig für die breite Bevölkerung erschwinglich wurden. Was wie eine Jahrhunderte alte Familientradition wirkt, ist also eigentlich eine relativ moderne Erfolgsgeschichte, die sich aber in kürzester Zeit zum Herzstück der italienischen Alltagsküche entwickelt hat.
Nicht jede Tomate eignet sich gleich gut für ein einfaches Rezept wie dieses. Für Sugo werden traditionell fleischige, samenarme Sorten bevorzugt, allen voran San Marzano, eine längliche, spitz zulaufende Tomate aus der Gegend um den Vesuv, die seit 1996 als geschützte Ursprungsbezeichnung (DOP) geführt wird. Sie hat wenig Wasser, wenig Säure im Vergleich zu Rundtomaten und einen intensiven, leicht süßlichen Geschmack. Wo San Marzano nicht verfügbar ist, sind Roma-Tomaten oder reife Ochsenherztomaten eine gute Alternative, beide ebenfalls fleischig und mit vergleichsweise wenig Kernen. Runde Salattomaten dagegen enthalten deutlich mehr Wasser und Säure und eignen sich weniger gut, du müsstest die Sauce entsprechend länger einkochen, um die gleiche Konsistenz zu erreichen.
Regional unterscheidet sich Sugo al Pomodoro außerdem erstaunlich stark. In Neapel und Kampanien, wo die Tomate zuerst kulinarisch heimisch wurde, bleibt die Sauce klassischerweise schlicht: Tomaten, Olivenöl, Knoblauch, Basilikum, mehr nicht. In der Toskana wird gerne mit etwas Sellerie und Karotte als Röstgemüse gearbeitet, ähnlich wie in diesem Rezept. In der Emilia-Romagna wiederum, der Heimat der reichhaltigen Ragùs, gilt reiner Sugo al Pomodoro fast als das schlichte, „kleine“ Gegenstück zu den gehaltvollen Fleischsaucen, wird aber genauso ernst genommen und mit der gleichen Sorgfalt gekocht. Diese Vielfalt zeigt, dass es nicht das eine, allein wahre Originalrezept gibt, sondern eine Familie sehr ähnlicher Techniken mit regionalen Nuancen.
Sprachlich lohnt sich außerdem ein kurzer Blick auf die Begriffe, die im Deutschen gerne durcheinandergeworfen werden. „Sugo“ bedeutet wörtlich einfach „Saft“ oder „Sauce“ und wird in Italien für so ziemlich jede Sauce verwendet, die zu Pasta serviert wird, unabhängig von der Basis. „Salsa“ ist der allgemeinere Oberbegriff für Sauce, der auch außerhalb der Pasta-Küche verwendet wird, etwa für eine Salsa Verde oder eine kalte Dip-Sauce. Und was im Deutschen oft schlicht „Tomatensauce“ heißt, ist in Italien praktisch nie ein einzelnes, feststehendes Rezept, sondern hängt stark von Region, Familie und sogar der Jahreszeit ab. Wenn eine italienische Nonna dich nach „il sugo“ fragt, meint sie mit hoher Wahrscheinlichkeit genau das, was in diesem Artikel beschrieben ist: die tägliche, unaufgeregte Tomatensauce, nicht das aufwendige Sonntags-Ragù.
Passata, Pelati, Polpa: Tomatenprodukte im Unterschied
Wer zum ersten Mal vor dem Tomatenregal im italienischen Supermarkt steht, ist von der Auswahl oft überfordert. Pelati sind ganze, geschälte Tomaten in eigenem Saft, meist die hochwertigste und vielseitigste Variante, da du die Konsistenz selbst bestimmst. Polpa besteht aus bereits grob zerkleinerten Tomatenstücken, praktisch für stückige Saucen, aber weniger flexibel als Pelati. Passata ist bereits passiertes, glattes Tomatenmark ohne Kerne und Haut, ideal, wenn es schnell gehen muss, dafür entfällt der Schritt mit dem Passiergerät. Concentrato, das Tomatenmark in der Tube oder Dose, ist stark eingekocht und hochkonzentriert, eher zum Verfeinern in kleinen Mengen gedacht als als alleinige Basis für eine Sauce. Für dieses Grundrezept eignen sich Pelati oder frische, geschälte Tomaten am besten, weil du die Kontrolle über die finale Konsistenz behältst.
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Qualitätsmerkmale: Frische Tomaten sollten schwer für ihre Größe sein, eine straffe, unbeschädigte Haut haben und am Stielansatz angenehm nach Tomate riechen, das ist ein zuverlässigeres Zeichen für Reife als die Farbe allein. Bei Dosentomaten lohnt sich ein Blick auf die Zutatenliste: Je kürzer, desto besser. Gute Ware enthält nur Tomaten, Tomatensaft, eventuell ein Basilikumblatt und Salz, keine Zitronensäure, kein Tomatenkonzentrat als Streckmittel und definitiv keinen zugesetzten Zucker. Eine DOP-Kennzeichnung für San Marzano garantiert Herkunft und Anbau in der geschützten Region, ist aber kein Muss, sondern eher eine Orientierungshilfe.
Herkunft: Für frische Tomaten lohnt sich der Blick auf die Saison, dazu gleich mehr. Bei Dosenware stammen die besten Produkte aus Kampanien, oft steht die Region direkt auf der Dose.
Preisrange: Frische, reife Fleischtomaten in der Saison kosten meist zwischen 2,50 und 4,50 Euro pro Kilo, gute Dosentomaten (400 g) liegen zwischen 1,50 und 3 Euro, je nach Qualitätsstufe und Herkunft.
📥 Newsletter: Warum italienische Pasta cremig wird und deine nicht
Wenn du bis hierhin gelesen hast, interessiert dich vermutlich auch, wie du diesen Sugo am Teller richtig cremig bekommst. Ich zeige dir in meinem kostenlosen Guide die Technik, mit der jede Pasta seidig wird, ganz ohne Sahne, Hafercreme oder andere Ersatzprodukte. Du brauchst dafür nichts, was du nicht ohnehin schon zu Hause hast.
📦 Lagerung & Haltbarkeit
Fertigen Sugo lässt du vor dem Verschließen vollständig abkühlen (nicht warm in den Kühlschrank stellen, das begünstigt Kondenswasser und Keimbildung), dann hält er sich in einem luftdicht verschlossenen Glas oder einer Dose 4 bis 5 Tage im Kühlschrank. Eingefroren, am besten in portionsgerechten Behältern oder Gefrierbeuteln flach ausgestrichen, hält er sich bis zu 3 Monate, ohne merklich an Geschmack zu verlieren. Zum Auftauen und Erwärmen reicht es, den Sugo bei mittlerer Hitze im Topf vollständig durchzuerhitzen, kurz aufkochen lassen ist bei einer rein pflanzlichen Sauce ohne Fleisch oder Milchprodukte unbedenklich und sorgt zusätzlich für Sicherheit. Wer größere Mengen auf Vorrat kochen möchte, kann den Sugo auch im Einweckglas haltbar machen: Dafür die heiße Sauce randvoll in sterilisierte Gläser füllen, fest verschließen und für etwa 30 Minuten im Wasserbad einkochen. So eingeweckt und ungeöffnet hält sich der Sugo kühl und dunkel gelagert mehrere Monate, geöffnete Gläser gehören danach wie frisch gekochter Sugo in den Kühlschrank und sollten innerhalb weniger Tage aufgebraucht werden.
Verwendung in der Küche: das einfache Rezept für Sugo al Pomodoro Schritt für Schritt
Bevor es an die Schritte geht, kurz zur Ernährungsform: Dieses Rezept ist vollständig vegan, es kommt ohne Butter, Sahne oder Parmesan aus, wie es in manchen italienischen Haushalten traditionell noch verwendet wird, sondern ausschließlich mit nativem Olivenöl. Glutenfrei ist die Sauce von Natur aus, da sie aus Tomaten, Gemüse und Kräutern besteht, achte beim Servieren mit Pasta lediglich auf glutenfreie Nudeln. Und Industriezucker kommt hier tatsächlich nicht zum Einsatz, die Süße entsteht komplett natürlich, wie du gleich sehen wirst.
Ein kurzes Wort noch zur Küchenhygiene, auch wenn bei einer rein pflanzlichen Sauce ohne Fleisch, Fisch oder rohe Eier wenig schiefgehen kann: Fertigen Sugo solltest du nicht länger als 2 Stunden bei Zimmertemperatur stehen lassen, bevor du ihn abkühlen lässt und in den Kühlschrank stellst, das ist eine allgemeine Regel für gekochte Speisen und gilt auch hier. Schneidebretter, auf denen du rohes Gemüse verarbeitest, danach gründlich reinigen, bevor du andere Zutaten darauf schneidest, ganz normale Küchenhygiene, aber erwähnenswert, weil sie schnell vergessen wird.

Sugo al Pomodoro
Zutaten
Zubereitung
- Tomaten vorbereiten. Was: Bei frischen Tomaten ein kleines Kreuz am unteren Ende einritzen, 30 Sekunden in kochendes Wasser geben, dann sofort in Eiswasser abschrecken. Wie: Die Haut lässt sich danach mühelos abziehen, das Fruchtfleisch grob würfeln. Bei Dosentomaten reicht es, sie mit einer Gabel grob zu zerdrücken. Warum: Ungehäutete Tomatenhaut löst sich beim Köcheln in dünnen, zähen Fetzen, das stört später die samtige Konsistenz.
- Soffritto ansetzen. Was: Olivenöl in einem breiten Topf bei mittlerer Hitze erwärmen, die gewürfelte Zwiebel darin 5 Minuten glasig dünsten, bis sie weich ist, aber keine Farbe annimmt. Wie: Regelmäßig rühren, die Hitze bei Bedarf reduzieren. Warum: Zu heiß angebratene Zwiebeln werden bitter und dominieren später den Geschmack der Tomaten, statt sie zu unterstützen.
- Knoblauch und Karotte dazugeben. Was: Knoblauch und die fein geriebene Karotte zur Zwiebel geben, 2 bis 3 Minuten mitdünsten, bis es aromatisch duftet. Wie: Ständig rühren, damit der Knoblauch nicht anbrennt und bitter wird. Warum: Die geriebene Karotte ist der eigentliche Trick dieses Rezepts. Sie schmilzt beim Köcheln fast unsichtbar in die Sauce ein und gibt dabei ihren natürlichen Zucker ab, der die Säure der Tomaten ausgleicht, ganz ohne dass du Industriezucker hinzufügen musst.
- Tomaten hinzufügen und aufkochen. Was: Die vorbereiteten Tomaten in den Topf geben, mit Salz würzen und einmal kurz aufkochen lassen. Wie: Sobald es sprudelt, die Hitze auf die niedrigste Stufe reduzieren. Warum: Starkes Kochen lässt Wasser zu schnell verdampfen und die Sauce spritzt, während sich die Aromen noch gar nicht richtig entfalten konnten.
- Langsam köcheln lassen. Was: Den Topf mit leicht schräg aufgelegtem Deckel 35 bis 45 Minuten bei niedriger Hitze köcheln lassen, gelegentlich umrühren. Wie: Die Sauce ist fertig, wenn sie deutlich eingedickt ist und beim Ziehen mit dem Löffel kurz eine Spur hinterlässt. Warum: Genau in dieser Zeit passiert die eigentliche Magie: Wasser verdampft, die natürlichen Zucker der Tomaten konzentrieren sich, und die Sauce wird von selbst süßer und runder. Süß wird Sugo al Pomodoro durch Zeit, nicht durch Zucker, das ist der Kern dieses ganzen Rezepts.
- Passieren statt pürieren. Was: Die Sauce durch ein Passiergerät (Flotte Lotte oder elektrisches Passiergerät) streichen, zurück in den sauberen Topf geben. Wie: Die feine Scheibe verwenden, damit Schalenreste und Kerne zuverlässig zurückbleiben. Warum: Ein Pürierstab zerkleinert auch die Kerne, die dabei bittere Gerbstoffe freisetzen, und schlägt zusätzlich Luft unter die Sauce, wodurch sie heller und schaumiger wird. Ein Passiergerät trennt Fruchtfleisch von Kernen und Haut mechanisch, ohne die Zellstruktur zu zerstören, das Ergebnis ist spürbar samtiger und intensiver im Geschmack.
- Basilikum einarbeiten. Was: Die passierte Sauce noch einmal kurz aufkochen, dann vom Herd nehmen und das frische Basilikum grob zerzupft einrühren. Wie: Erst jetzt hinzufügen, nicht mitkochen. Warum: Frisches Basilikum verliert beim längeren Kochen seine ätherischen Öle und damit sein charakteristisches Aroma, kurz vor Schluss eingerührt bleibt der Duft erhalten.
- Abschmecken und verfeinern. Was: Mit Salz und frisch gemahlenem Pfeffer abschmecken, zum Schluss den letzten Esslöffel Olivenöl unterrühren. Wie: Erst nach dem Herunternehmen vom Herd einrühren, nicht mitkochen. Warum: Kalt bzw. lauwarm eingerührtes Olivenöl bindet sich cremig mit der Sauce und rundet den Geschmack ab, anstatt sich beim Kochen einfach wieder abzusetzen. Lass die fertige Sauce vor dem Servieren noch 5 Minuten bei ausgeschalteter Herdplatte im Topf stehen, so setzen sich die Aromen noch einmal, und die Sauce erreicht eine angenehme Serviertemperatur, ohne dass die Pasta später zu schnell auskühlt.

💡 Mein wichtigster Tipp
Wirf die Karotte nicht als Zutat für „irgendwo dazwischen“ hinein, sondern reib sie wirklich fein, fast wie für einen Karottensalat. Grob gewürfelte Karottenstücke brauchen viel länger, um weich zu werden und ihren Zucker abzugeben, und beim Passieren bleiben größere Stücke eher hängen. Fein gerieben löst sie sich fast vollständig in der Sauce auf, du schmeckst am Ende keine Karotte heraus, nur eine runde, natürliche Süße.
Falls die Sauce trotz Karotte und langer Kochzeit noch immer zu sauer schmeckt, was bei sehr unreifen Tomaten vorkommen kann, gibt es einen zweiten, feineren Trick: eine sehr kleine Prise Natron, buchstäblich eine Messerspitze, direkt in die köchelnde Sauce rühren. Natron neutralisiert Säure chemisch, ganz ohne Süße hinzuzufügen, und wirkt so unmittelbar, dass du nach wenigen Minuten den Unterschied schmeckst. Wichtig ist, es wirklich sparsam zu dosieren, zu viel Natron hinterlässt einen leicht seifigen, metallischen Nachgeschmack.
🔄 Variationen
Arrabbiata-Style: Eine fein gehackte, entkernte Chilischote zusammen mit dem Knoblauch mitdünsten, für eine würzig-scharfe Variante.
Mit geröstetem Gemüse: Statt Karotte eine kleine, im Ofen geröstete rote Paprika untermischen, das bringt zusätzliche Süße und Rauchnote.
Sugo finto: Feine Würfel von Aubergine oder Zucchini in Olivenöl vorbraten und nach dem Passieren unter die fertige Sauce heben, für eine sättigendere Variante mit Biss.
Sugo al Pomodoro schnell kochen: die 20-Minuten-Variante für den Alltag
Nicht immer ist Zeit für 45 Minuten Köcheln. Für einen schnelleren Alltags-Sugo lässt sich die Garzeit auf etwa 20 Minuten verkürzen, wenn du gute Dosentomaten verwendest und die Sauce nicht ganz so stark einkochst. Die Konsistenz wird dann etwas flüssiger und die Süße etwas weniger konzentriert, das lässt sich aber gut ausgleichen, indem du die Karotte in noch feinere Streifen hobelst, damit sie schneller ihren Zucker abgibt, und die Hitze für die letzten 5 Minuten leicht erhöhst, um trotzdem etwas Flüssigkeit verdampfen zu lassen. Für den schnellen Alltagssugo kannst du außerdem aufs Passieren verzichten und die Tomaten stattdessen direkt beim Zerdrücken mit der Gabel klein genug machen, das spart einen Arbeitsschritt, auch wenn die Textur dann etwas rustikaler bleibt.
3 Rezept-Empfehlungen mit deinem Sugo al Pomodoro
Der große Vorteil an einem guten Grundrezept: Du kochst nicht nur eine Portion Pasta-Sauce, sondern eine vielseitige Basis, die sich in verschiedene Richtungen weiterentwickeln lässt. Hier sind drei Ideen, die bei mir regelmäßig auf den Tisch kommen, von der klassischen Variante bis zum kompletten Hauptgericht.
1. Klassische Pasta al Pomodoro: Glutenfreie Spaghetti oder Penne bissfest kochen, etwas vom stärkehaltigen Nudelwasser aufheben. Die heiße Pasta direkt in die Pfanne mit dem erwärmten Sugo geben und bei mittlerer Hitze unter Zugabe von etwas Nudelwasser durchschwenken, bis die Sauce die Pasta glänzend umhüllt statt nur obenauf zu liegen. Genau diese Bindetechnik mit dem Nudelwasser ist es, die italienische Pasta so unwiderstehlich cremig macht, mehr dazu findest du in meinem kostenlosen Guide weiter oben.
Pasta mit Sugo schnell kochen: worauf es bei der letzten Minute ankommt
Damit du die Pasta mit dem Sugo schnell kochen und servieren kannst, ohne dass sie matschig oder trocken wird, gilt eine einfache Faustregel: Die Pasta etwa eine Minute vor der auf der Packung angegebenen Zeit aus dem Wasser nehmen und in der Pfanne mit dem Sugo fertig garen. Sie zieht dort die letzten Prozent Garzeit in der Sauce statt im Wasser, nimmt dabei Geschmack auf, und du kannst mit dem zurückbehaltenen Nudelwasser jederzeit nachjustieren, falls es zu trocken wirkt.
2. Vegane Linsen-Polpette in Sugo: Gekochte braune Linsen mit etwas glutenfreier Semmelbrösel-Alternative (zum Beispiel gemahlene Mandeln oder glutenfreie Haferflocken), Knoblauch, Petersilie und Salz zu kleinen Bällchen formen, in der Pfanne rundherum goldbraun anbraten und anschließend 10 Minuten im warmen Sugo ziehen lassen. Eine sättigende, komplett pflanzliche Alternative zu klassischen Fleischbällchen in Tomatensauce. Die Linsen liefern dabei pflanzliches Eiweiß und sorgen für Biss, während der Sugo für die nötige Saftigkeit sorgt, dieses Gericht eignet sich hervorragend zum Vorbereiten am Vortag, weil die Polpette über Nacht im Kühlschrank noch mehr vom Aroma der Sauce aufnehmen.
3. Als Basis für Ofengemüse und Auflauf: Den Sugo in einer Auflaufform mit Scheiben von Zucchini, Aubergine oder gekochten glutenfreien Kartoffeln schichten, mit etwas veganem Reibe-Käse oder gerösteten Semmelbröseln bestreuen und bei 200°C etwa 25 Minuten überbacken, bis die Oberfläche leicht gebräunt ist. So wird aus dem Grundrezept im Handumdrehen ein vollwertiges Hauptgericht.
📅 Saisonalität
Die beste Zeit für frische Tomaten in Mitteleuropa ist Juli bis September, wenn sie ausgereift am Strauch geerntet werden und den intensivsten Geschmack haben. Wer außerhalb dieser Monate Sugo kochen möchte, greift ohne schlechtes Gewissen zu guten Dosentomaten, die zur Erntezeit sonnengereift eingekocht wurden und dadurch oft aromatischer sind als importierte Frischware im Winter. Ein guter Zeitpunkt, um gleich eine größere Menge Sugo auf Vorrat zu kochen und einzufrieren, ist das Spätsommer-Ende der Saison, wenn reife Tomaten besonders günstig zu haben sind.
Passiergerät
Seit ich ein elektrisches Passiergerät benutze, mache ich Sugo öfter, nicht seltener, weil der lästigste Schritt (Kerne und Schalen entfernen) plötzlich keine drei Minuten mehr dauert. Du füllst die gekochten Tomaten oben ein, die feine Trommel trennt Fruchtfleisch von Kernen und Haut, und unten läuft die fertige Sauce heraus, bereit für den Topf. Es eignet sich genauso gut für Apfelmus, passierte Suppen oder selbstgemachtes Fruchtpüree. Ehrlich gesagt: Das Gerät braucht auf der Arbeitsfläche etwas Platz und die Reinigung der Trommel dauert ein paar Minuten länger als beim einfachen Spülen eines Pürierstabs, das ist der einzige kleine Nachteil.
📥 Mehr wie dieses: Warum italienische Pasta cremig wird und deine nicht
Du hast jetzt das einfache Rezept für einen Sugo, der von selbst süß ist. Der letzte Baustein für ein wirklich restaurantreifes Pasta-Erlebnis ist die Technik, wie Sauce und Nudeln am Ende zusammenfinden. In meinem kostenlosen Guide zeige ich dir genau das, ganz ohne Sahne oder Cashewcreme.
Häufig gestellte Fragen
Wo kaufe ich Tomaten in wirklich guter Qualität?
Am zuverlässigsten sind Wochenmärkte in der Saison (Juli bis September), dort kannst du reife Tomaten riechen und ihr Gewicht prüfen. Außerhalb der Saison sind italienische Dosentomaten mit kurzer Zutatenliste, idealerweise mit DOP-Siegel für San Marzano, die bessere Wahl gegenüber unreif geernteter Frischware aus dem Supermarkt.
Kann ich Sugo al Pomodoro einfrieren?
Ja, problemlos. In portionsgerechten, luftdicht verschlossenen Behältern hält sich der Sugo bis zu 3 Monate im Gefrierfach. Am besten vor dem Einfrieren vollständig auskühlen lassen und beim Auftauen langsam im Kühlschrank oder direkt im Topf bei niedriger Hitze erwärmen.
Was ist der Unterschied zwischen Sugo al Pomodoro und Marinara?
Beide basieren auf Tomaten, Knoblauch und Olivenöl, Marinara verzichtet aber traditionell auf Zwiebeln und kocht deutlich kürzer, oft nur 15 bis 20 Minuten, für eine frischere, hellere Sauce. Sugo al Pomodoro wird mit Zwiebeln gebaut und länger eingekocht, dadurch entsteht die tiefere, rundere Süße.
Kann ich Sugo al Pomodoro auch schnell kochen, wenn ich wenig Zeit habe?
Ja, mit guten Dosentomaten lässt sich die Garzeit auf etwa 20 Minuten verkürzen, siehe die Alltags-Variante weiter oben im Artikel. Die Sauce wird dann etwas flüssiger, schmeckt aber immer noch rund und ausgewogen, wenn du die Karotte fein genug reibst.
Wie kann ich die Pasta mit dem Sugo schnell kochen, ohne dass sie matschig wird?
Nimm die Pasta etwa eine Minute vor Ende der Packungsangabe aus dem Wasser und lass sie in der Pfanne mit dem Sugo und etwas Nudelwasser fertig garen. So bleibt sie bissfest und nimmt gleichzeitig den Geschmack der Sauce auf.
Warum ist meine Tomatensauce trotz Karotte immer noch sauer?
Meistens liegt es an zu kurzer Kochzeit oder zu unreifen Tomaten. Lass die Sauce ruhig 10 Minuten länger köcheln, das reduziert die Säure weiter und konzentriert die Süße. Bei sehr sauren Dosentomaten kann zusätzlich ein kleines Stück fein geriebener Apfel helfen.
Ich lebe seit über zehn Jahren in Süditalien und entwickle auf cucinanaima.com einfache Rezepte, die vegan, glutenfrei und ohne Industriezucker sind. Am meisten freue ich mich, wenn meine Rezepte der ganzen Familie schmecken, auch denen, die sonst gar nicht vegan essen.










